Arzneimittel und Therapie

Ustekinumab hilft nachTNF-alpha-Inhibitoren

Antikörper wirkt auch bei mit Biologicals behandelten Psoriatikern

ck | Ustekinumab (Stelara®) ist ein Antikörper, der seine Wirksamkeit bei aktiver psoriatischer Arthritis in der Phase-III-Studie PSUMMIT 1 gezeigt hat, in der die Patienten nur mit Basistherapeutika vorbehandelt waren. Nun wurde er bei Patienten mit TNF-alpha-Inhibitor-Vorbehandlung eingesetzt.

Ustekinumab ist ein rein humaner monoklonaler IgG1κ-Antikörper. Er bindet spezifisch an die gemeinsame p40-Protein-Untereinheit der humanen Zytokine Interleukin 12 und Interleukin 23 und hemmt deren Bioaktivität. Beide Zytokine sind in Immunfunktionen involviert, ihre anomale Regulierung wurde mit immunvermittelten Krankheiten wie Psoriasis und psoriatrischer Arthritis in Verbindung gebracht. Es wird angenommen, dass die klinische Wirksamkeit von Ustekinumab durch die Unterbrechung der Th1- und Th17-Zytokinpfade bedingt ist, die wesentlich für die Krankheitsprozesse von Psoriasis und Psoriasis-Arthritis sind. Ustekinumab ist seit 2009 für die Behandlung Erwachsener mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, bei denen andere systemische Therapien kontraindiziert sind oder nicht vertragen wurden. 2013 hatte die EMA die Indikation von Ustekinumab erweitert für die Behandlung der aktiven psoriatischen Arthritis (PsA) bei Erwachsenen allein oder in Kombination mit MTX, wenn sie nicht auf eine vorherige nicht-biologische krankheitsmodifizierende antirheumatische (DMARD) Therapie angesprochen haben. In die von Janssen-Cilag unterstützte PSUMMIT-2-Studie waren nun 312 Erwachsene eingeschlossen, die trotz konventioneller und/oder Therapie mit TNF-alpha-Hemmern an aktiver PsA litten. Sie wurden randomisiert entweder mit 45 mg oder 90 mg Ustekinumab oder Placebo behandelt. Die Antikörper wurden in Woche 0, 4 und dann alle zwölf Wochen s. c. injiziert. Die Kontrollen erhielten in Woche 0, 4 und 16 eine Placebo-Injektion, ab Woche 24 dann 45 mg Ustekinumab. Primärer Endpunkt war eine mindestens 20%ige Verbesserung gemäß ACR-Kriterien (ACR20) in Woche 24. Diesen erreichten 44% der Ustekinumab-Patienten, aber nur 20% in der Placebo-Gruppe. Auch bei der ACR50-Antwort in Woche 24 schnitt Ustekinumab besser ab. Unter 45 mg Ustekinumab erreichten 18% den ACR50, unter 90 mg 23% vs. 7% in der Placebo-Gruppe. Das Ansprechen auf die Therapie blieb bis in Woche 52 erhalten. Der Effekt auf die PsA-Symptomatik war unabhängig von einer begleitenden Methotrexat-Therapie. Auch bei den mit TNF-alpha-Blockern vorbehandelten Patienten besserten sich die Beschwerden unter Ustekinumab signifikant, wenn auch in geringerem Ausmaß als bei den Patienten ohne Anti-TNF-Vorbehandlung. 

Quelle

Ritchlin C et al. Efficacy and safety of the anti-IL-12/23 p40 monoclonal antibody, ustekinumab, in patients with active psoriatic arthritis despite conventional non-biological and biological anti-tumour necrosis factor therapy: 6-month and 1-year results of the phase 3, multicentre, double-blind, placebo-controlled, randomised PSUMMIT 2 trial. Ann Rheum Dis doi:10.1136/annrheumdis-2013-204655

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