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Geht’s nur mit oder geht’s auch ohne?

Für die meisten der Apotheken ist das kein Thema mehr, sie sind drin – in einer Kooperation. Manche sind sogar in zwei oder drei Kooperationen. Einer Kooperation anzugehören, ist für sie heute kein Thema mehr, sondern selbstverständlich.
Peter Ditzel,
Herausgeber der DAZ

Der Hauptgrund für eine Mitgliedschaft sind Einkaufsvorteile wie Rabatte, Rückvergütungen, Industriezuschüsse und vieles mehr, die man selbst bei guter Verhandlung mit dem Großhandel oder der Industrie wohl nicht bekommen würde. Außerdem: Marketingmaßnahmen wie z.B. Handzettel, Werbeplakate und vieles andere, das man sich als Einzelkämpfer in dieser professionellen Form und zu diesem Preis kaum leisten könnte.

Die Zugehörigkeit zu einer Kooperation also ein Muss? Alles im grünen Bereich? Nicht unbedingt, denn es gibt auch Haken. Zum Beispiel: Viele Kooperationen verlangen von „ihren“ Apotheken eine gewisse Verbindlichkeit, bestimmte Waren zu forcieren, zu platzieren, sich Aktionen anzuschließen. Denn die Kooperationszentrale ihrerseits erhält die guten Bezugskonditionen von der Industrie nur, weil sie zusagte, dass die Mitgliedsapotheken die Verbindlichkeiten, Aktionen und Konzepte weitgehend umsetzen. Aber nicht jedes Konzept passt auf jede Apotheke, zu individuell, zu unterschiedlich sind die einzelnen Apotheken. Daher stellt sich immer wieder die Frage: Wie viel Individualität hat man noch als Kooperationsmitglied? Inwieweit begibt man sich in fremde Hände? Während die einen hier keine Probleme sehen und den Kooperationsgedanken bis hin zu einer Markenbildung leben, ihre Apotheke sogar als Flagship-Store im einheitlichen Look der Kooperation umgestalten oder sich Franchise-Modellen mit einem hohen Verbindlichkeitsgrad anschließen, sehen andere darin nicht das Ziel einer Kooperation. Sie wollen nur gut einkaufen und ansonsten ihr eigenes Apothekenkonzept umsetzen. Die Eintrittsgebühr und die monatlichen Beiträge müssen sich rechnen.

Manche Apotheken wiederum stellen sich solche Fragen nicht. Sie sehen in einer Mitgliedschaft in einer Kooperation, vor allem in einer großen Kooperation, die dazu noch im Ausland tätig ist, die Möglichkeit, von den Erfahrungen und Ideen in anderen Ländern zu profitieren. Wieder andere Apotheken suchen dagegen eher eine kleine, überschaubare Kooperation, in der man sich persönlich kennt, in der man Erfahrungen austauscht. Oder sie schließen sich einer Fachkooperation an, die großes Know-how auf einem bestimmten Gebiet hat.

Wie auch immer – für viele geht’s nicht mehr ohne Kooperation. Es gibt aber noch Apotheken, die keiner Kooperation beigetreten sind. Auch das ist möglich, wie es vor allem große und starke Apotheken vormachen. Unser DAZ-Schwerpunkt hinterfragt den Kooperationsgedanken, zeigt die positiven Seiten und spürt mögliche Nachteile auf, blickt ins Ausland und in die Zukunft des Kooperationsmarkts. Letztlich: Entscheiden müssen Sie, ob’s nur noch mit oder auch ohne geht.

Peter Ditzel

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