Prisma

Knorpel soll wieder wachsen

Gentransfer in Stammzellen geglückt

cae | Im Gegensatz zur Transplantation von Organen steht die therapeutische Regeneration von Geweben noch in den Anfängen. Doch es gibt kleine Fortschritte.

Der Wunschtraum vieler Patienten, dass sich ihre zerstörten Gelenkknorpel regenerieren lassen, ist noch unerfüllbar, denn Stammzellen gehen schnell zugrunde, nachdem sie ins Gelenk transplantiert worden sind, es sei denn, dass man wiederholt Wachstumsfaktoren appliziert. Nun lässt ein aktuelles In-vitro-Experiment in den USA hoffen: Dort ist es Forschern der Duke University in Durham gelungen, mithilfe von Lentiviren ein Gen, das den Wachstumsfaktor TGF-β3 codiert, in mesenchymale Stammzellen einzubringen, worauf diese sich kräftig vermehrten und zu voll funktionsfähigen Knorpelzellen weiterentwickelten; insbesondere synthetisierten und sezernierten sie Kollagen.

Für die Gewebezüchtung verwendeten die Forscher ein Gerüst aus Polycaprolacton, das im Organismus biokompatibel und biodegradabel ist. Sie beschichteten es mit Poly-L-Lysin, an dem sowohl die Viren als auch die Zellen hafteten und der Gentransfer in den meisten Fällen vonstatten ging, denn 82% der Zellen begannen, TGF-β3 zu synthetisieren. Die Technik eignet sich vermutlich auch für die Züchtung anderer Gewebearten. 

Quelle: Brunger JM, et al. Scaffold-mediated lentiviral transduction for functional tissue engineering of cartilage. Proc Natl Acad Sci, Epub 13.02.2014.

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.