Wirtschaft

Milliarden für die GKV gespart

Arzneimittelausgaben 2013: Apotheken und Hersteller sparen 6,6 Mrd. Euro ein

BERLIN (lk) | Apotheker und Arzneimittelhersteller haben den gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2013 6,6 Milliarden Euro Ausgaben für Arzneimittel durch Zwangsrabatte und die Umsetzung der Rabattverträge erspart. Davon haben die Apotheker 1,1 Milliarden Euro durch den Kassenabschlag beigetragen. Dies geht aus aktuellen Zahlen von IMS Health hervor.

Die pharmazeutischen Hersteller haben 2,7 Mrd. Euro als Einsparbeitrag allein durch Zwangsrabatte (130a Abs. 6 SGB V) an die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geleistet, wobei Rabatte auf Impfstoffe hier noch nicht berücksichtigt sind. Des Weiteren ergeben sich geschätzt knapp 2,8 Mrd. Euro Einsparungen durch Rabattverträge. Hier wurden von IMS Health die von der GKV verlautbarten Einsparungen für den Zeitraum von Januar bis September 2013 (2,07 Mrd. Euro) zu Grunde gelegt und für das Gesamtjahr hochgerechnet. Die Apotheker trugen mit dem Kassenabschlag von 1,1 Mrd. Euro zum Gesamteinsparbetrag von 6,6 Mrd. Euro bei.

Unberücksichtigt sind in diesen Zahlen die Rabatte, welche die pharmazeutische Industrie den privaten Krankenversicherern zu gewähren hat. Diese belaufen sich nach IMS-Berechnungen auf etwas über 450 Mio. Euro (ebenfalls ohne Impfstoffe). Nicht berücksichtigt ist zudem der durch Rabatte erbrachte Einsparbeitrag von rund 270 Mio. Euro für in Krankenhäusern eingesetzte Medikamente.

Laut IMS Health betragen die Ausgaben für Arzneimittel und Test-Diagnostika (ohne Impfstoffe) für den gesamten GKV-Markt im Jahr 2013 hochgerechnet etwa 28,1 Mrd. Euro. Das entspricht einer Steigerung von 3,1%, wenn die durch Hersteller und Apotheken geleisteten Einsparungen berücksichtigt werden. Basis der Berechnungen bilden Apothekenverkaufspreise (AVP) abzüglich der von den Pharmaherstellern zu leistenden Zwangsrabatte und Rabatten aus gemeldeten Erstattungsbeträgen nach § 130 SGB V sowie den Nachlässen der Apotheken gegenüber der GKV.

Bei rezeptpflichtigen Präparaten wurden tendenziell mehr größere Packungen verordnet (N3: +3,5%) als kleinere (N1: +2,0%), während mittlere Packungsgrößen leicht rückläufig waren (N2: -0,6%). Dies macht sich laut IMS Health bei Generika bemerkbar, vor allem solchen ohne Rabattvertrag, und bei Erkrankungen, bei denen eine individuelle Medikamenteneinstellung als besonders geboten gilt wie Schilddrüsenerkrankungen oder Depressionen. Außerdem etablieren sich neuere patentgeschützte Arzneimittel wie Antiepileptika, Antidiabetika wie DPP IV-Inhibitoren oder Antikoagulanzien wie Faktor Xa-Hemmer. 

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