Wirtschaft

Sovaldi® à bas prix

Gilead akzeptiert Preisrutsch in Frankreich

REMAGEN (hb) | Nach mehrmonatigen, harten Verhandlungen mit Gilead ist es dem französischen Wirtschaftsausschuss für Gesundheitsprodukte CEPS gelungen, den Preis für das innovative Hepatitis-C-Medikament Sovaldi® (Sofosbuvir) um rund ein Viertel zu drücken.

Seit September war die Erstattung im Rahmen einer Zulassung für die temporäre Anwendung (ATU) im Krankenhaus zunächst auf 56.000 Euro für eine zwölfwöchige Behandlung festgelegt worden. Nun gibt es mit einem Endpreis von 41.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer) einen kräftigen Nachlass. Ein Dekret im Amtsblatt Frankreichs beziffert die Kosten für eine Filmtablette Sovaldi® mit genau 488,095 Euro. Dieser Preis ist nach einer Erklärung des französischen Gesundheitsministeriums der niedrigste in Europa.

Basierend auf der Zahl der Patienten hätten abhängig von den zu erwarteten Absatzmengen zusätzliche Ermäßigungen erzielt werden können. Ein Leistungsvertrag verpflichte das Unternehmen außerdem zu Nachlässen im Falle eines Scheiterns der Behandlung, heißt es aus dem Ministerium. Außerdem müsse Gilead die Differenz zwischen den bisherigen Kosten und dem nun ausgehandelten Erstattungspreis zurückzahlen. In Frankreich sind derzeit 200.000 Menschen mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert. Die Kostenübernahme von Sovaldi® ist an bestimmte Voraussetzungen wie den Schweregrad einer bestehenden Leberfibrose gebunden. Um den Patienten den Zugang zu Sofosbuvir zu erleichtern, ist keine Eigenbeteiligung fällig.

In einer Erklärung hat Gilead das Abkommen begrüßt – und legt gleich mit dem nächsten HCV-Präparat nach: Im November hat die EU die Fixkombi von Sofosbuvir mit Ledipasvir (Harvoni®) zugelassen. Die französische Arzneimittelagentur hat die temporäre Zulassung bereits durchgewunken. 

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