Wirtschaft

„Bunt wie nie“

Treuhand zur Lage der Apotheken

MAGDEBURG (lk) | Die Apothekenlandschaft präsentiert sich mittlerweile so bunt und ausdifferenziert, dass die herkömmlichen ökonomischen Kennzahlen und Durchschnittswerte kaum noch Auskunft über die wirtschaftliche Lage geben können. „Je nach Betrachtungsweise, Region, Status, Ortsgröße oder Lage, ergeben sich völlig andere Blickwinkel und Ergebnisse“, berichtete Frank Diener, Generalbevollmächtigter der Steuerberatungsgesellschaft Treuhand Hannover GmbH, bei seinem Vortrag bei den 19. Wirtschaftstagen des Landesapothekerverbandes Sachsen-Anhalt.
Foto: AZ/Schelbert
Frank Diener

Im Durchschnitt werde das Betriebsergebnis der Apotheken in diesem Jahr zwar um 4000 Euro steigen und 2015 voraussichtlich mit einer „schwarzen Null“ stagnieren, so Diener. Das sage aber wenig über die wirtschaftliche Lage der einzelnen Apotheke aus. So zeigten die Treuhand-Zahlen beispielsweise, dass Filialverbünde deutlich häufiger, nämlich zu 44 Prozent, mit nur vier Prozent vom Umsatz ein wirtschaftlich ungesundes Betriebsergebnis aufwiesen als Einzelapotheken. Bezogen auf die Ortsgröße liege das Betriebsergebnis für Dorfapotheken bei 7 Prozent, bei Stadtapotheken hingegen nur bei 5,7 Prozent. Nur zehn Prozent der Dorfapotheken wiesen ein kritisches Betriebsergebnis von unter 4 Prozent des Umsatzes aus. Bei Stadtapotheken betrage dieser Anteil 24 Prozent. Knapp die Hälfte der Dorfapotheken erwirtschafte hingegen ein Betriebsergebnis von über 8 Prozent (Stadtapotheken 32%). Dennoch sei die Aussage nicht gerechtfertigt, dass es Dorfapotheken generell besser gehe, so Diener. Apothekeninhaber könnten die statistischen Werte allerdings dazu nutzen, ihre eigene wirtschaftliche Position einzuschätzen. 

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