Gesundheitspolitik

Köhler legt Amt nieder

KBV-Chef: Rückzug aus gesundheitlichen Gründen

BERLIN (ks) | Zum 1. März will der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Andreas Köhler, aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben. Dies teilte der 53-Jährige am 16. Januar mit. Der streitbare Chef der Vertragsärzte hatte im November einen Herzinfarkt erlitten.

Neun Jahre stand der Mediziner und Betriebswirt Köhler an der KBV-Spitze. Nun wird für den Vertreter der Fachärzte in der KBV bald Schluss sein. Dazu erklärte Köhler: „Ich habe mich immer und mit voller Kraft für die ärztliche und psychotherapeutische Selbstverwaltung eingesetzt. Denn sie ist der Garant für eine flächendeckende hochwertige ambulante medizinische Versorgung. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich die für mich schwere Entscheidung getroffen, mein Amt zum 1. März niederzulegen.“

Der Vorsitzende der KBV-Vertreterversammlung, Dipl.-Psychologe Hans-Jochen Weidhaas, sprach von einer Zäsur für die KBV. Er habe aber „großen und uneingeschränkten Respekt vor dieser persönlichen Entscheidung“. Auch viele weitere Vertreter der Ärzteschaft und der Politik erklärten ihr Bedauern – aber auch ihr Verständnis für die Entscheidung.

Zu den gesundheitlichen Problemen kamen für Köhler zuletzt erhebliche Querelen im KBV-Vorstand. Insbesondere das Verhältnis zwischen Köhler und seiner Vorstandskollegin Regina Feldmann, die die Hausärzte in der KBV vertritt, war äußerst angespannt. In der Vertreterversammlung im Dezember wurden Abwahlanträge sowohl gegen Köhler als auch gegen Feldmann gestellt. Sie fanden jedoch keine Mehrheit.  

Auch der Bundesvorsitzende des Ärzteverbandes NAV-Virchow-Bundes, Dr. Dirk Heinrich, bedauerte Köhlers Rücktritt und zollte ihm zugleich Respekt. Er erklärte aber auch, angesichts des internen Konfliktes in der KBV-Führung sei es jetzt folgerichtig, wenn auch Feldmann Konsequenzen ziehe und ebenfalls zurücktrete. Nur so sei der überfällige komplette Neustart in der KBV-Führung möglich, so Heinrich.

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