Wirtschaft

Auftakt für Pharma-Dialog

Erstes ressortübergreifendes Treffen

BERLIN (ks) | Am 15. September fiel der Startschuss für eine Ankündigung des schwarz-roten Koalitionsvertrags: Der ressortübergreifende Pharma-Dialog hat begonnen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) und der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Uwe Karl Beckmeyer (SPD) trafen sich mit Vertretern der Pharmaindustrie, der Wissenschaft sowie der Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie.

Beim Auftakttreffen in Berlin ging es zunächst um Standortanalyse. In den drei darauffolgenden Dialog-Runden sollen dann bis Anfang 2016 entlang der Wertschöpfungskette weitere Themen erörtert werden. Erklärtes Ziel des Pharma-Dialogs ist es, den Pharma-Standort Deutschland in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Produktion zu stärken.

Gesundheitsminister Gröhe betonte, dass die steigende Lebenserwartung zu einem erheblichen Teil auf der Entwicklung neuer Medikamente beruhe. Man könne stolz sein, dass Deutschland hier eine Spitzenstellung einnehme – aber man dürfe sich nicht darauf ausruhen. Es müsse nicht nur für gute Bedingungen für Forschung und Entwicklung gesorgt werden. Auch über drängende Fragen, wie den Umgang mit Lieferengpässen und den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen, sei zu sprechen.

Forschungsministerin Wanka verwies auf die High-Tech-Strategie der Bundesregierung, in deren Rahmen unter anderem das „Gesunde Leben“ als Forschungsthema der Zukunft auserkoren ist. Sie verwies darauf, dass die Pharmaindustrie viel Forschung betreibe – aber es gebe auch eine reiche Grundlagenforschung in Deutschland. Die hier gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse besser mit der Wirtschaft zu verbinden, ist eines ihrer Ziele.

Wirtschafts-Staatssekretär Beckmeyer hob hervor, dass die Pharmaindustrie über ihren Nutzen für die Patienten hinaus ein solider Arbeitgeber und wirtschaftlicher Stabilitätsfaktor sei.

Die Pharma-Verbände zeigten sich zuversichtlich, dass eine ressortübergreifende Sicht und die Entwicklung gemeinsamer Ziele dazu beitragen können, zukunftsfähige Lösungen auch zu Fragen der Forschungsförderung, rechtlichen Rahmenbedingungen und der Erstattung von Arzneimitteln zu entwickeln. Der Vorsitzende des Verbands Forschender Pharma-Unternehmen (vfa), Dr. Hagen Pfundner, erklärte, die pharmazeutische Industrie schaffe einen „erheblichen Zusatznutzen für Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft“. Ihr sei bewusst, dass auch der Erhalt der sozialen Sicherungssysteme ein wichtiger Merkposten bleiben müsse. Diese dürften aber nicht zur „Technologiebremse“ werden. 

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