Gesundheitspolitik

Hilfsmittel für DAK-Versicherte

DAK setzt in Notfällen auf Apotheker - Unmut bei Apothekern

BERLIN (lk) | Die DAK-Gesundheit will die Apotheker ab Oktober bei der Hilfsmittelversorgung mit Medikamentenverneblern als Aushilfen einsetzen – wenn der Hauptversorger nach 15 Uhr, an Wochenenden, Feiertagen und im Nachtdienst nicht mehr liefert. Das geht aus einem Schreiben der Kasse an alle Apotheker hervor.

Seit dem 1. September 2012 ist für die DAK nur noch die Firma PHILmed aus Jena für die Hilfsmittelversorgung berechtigt. In Notfällen werde eine taggleiche Versorgung sichergestellt, sofern der Versorgungsauftrag PHILmed bis 15 Uhr erreiche, so die DAK. Danach sollen nach dem Wunsch der Kasse die Apotheker einspringen. Doch für die Erstattung stellt die DAK einige Bedingungen: Der Patient muss das Rezept nachweisbar nach 15 Uhr oder an Wochenenden und Feiertagen einreichen. Außerdem muss das Verordnungsdatum des Rezeptes identisch mit dem Abgabedatum sein und der Arzt muss auf dem Rezept vermerken, dass es sich um einen unaufschiebbaren Notfall handelt.

„Unter diesen Voraussetzungen erkennt die DAK-Gesundheit an, dass die Abrechnung bis auf Widerruf nach den Preisen und sonstigen Regeln des Vertrages zwischen DAV und vdek in der Fassung vom 1. Mai 2011 erfolgt“, schreibt die DAK. Eines Kostenvoranschlages oder einer Genehmigung bedürfe es dann nicht. Manch ein Apotheker sieht sich hierdurch zum „Aus-Hilfsmittellieferanten“ degradiert.

Laut DAK ist das Schreiben mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) abgestimmt. Dieser wiederum erklärte auf AZ-Anfrage, ihm sei das Schreiben „insofern bekannt, als dass sein Inhalt ein früheres Vertragsangebot an den DAV darstellt, das der DAV jedoch ablehnte“. Es bleibe jedem Apotheker unbenommen, das ab 1. Oktober geltende Angebot genau zu prüfen und aufgrund der eigenen Wettbewerbs- und Kostensituation zu entscheiden, so ein DAV-Sprecher.

Die DAK verwies gegenüber der AZ darauf, dass der DAV die komplette Versorgung mit Atemtherapie- und Inhalationsgeräten aus dem bestehenden Vertrag gekündigt habe. Noch hat man sich nicht auf eine Vertragslösung einigen können, sodass ab 1. Oktober ein vertragsloser Zustand herrscht. Es kommt zu vielen Anfragen und Unsicherheiten der Apotheken, erklärte ein DAK-Sprecher. „Damit wirklich alle Apotheken informiert sind, was wir weiterhin akzeptieren, haben wir alle Apotheken angeschrieben“, so die DAK auf AZ-Anfrage. Und weiter: „Uns bleibt allerdings unklar, wieso sich einzelne Apotheker zum Hilfsmittellieferanten degradiert fühlen. Diesen Vorwurf können wir nicht nachvollziehen.“ 

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