Gesundheitspolitik

Kehrtwende: ABDA will Apothekerhaus verkaufen

Neubau im Regierungsviertel geplant - Haushalt 2015 verabschiedet

BERLIN (lk) | Kehrtwende und Kürzung: Kurz vor der wichtigen Mitgliederversammlung am vergangenen Donnerstag hat die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in zwei bedeutenden Punkten ihre Positionen revidiert, um mögliche Abstimmungsniederlagen zu vermeiden. Ihren Verbandssitz in der Berliner Jägerstraße will sie jetzt doch nicht aufstocken, sondern in ein neues Gebäude ziehen und das Apothekerhaus „gegebenenfalls“ verkaufen. Und der ABDA-Etatplan für 2015 wurde gekürzt.

„Wir werden die Jägerstraße aufgeben“, kündigte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt als Ergebnis der Mitgliederversammlung an. Einen entsprechenden Beschluss hätten die gut 100 Delegierten auf Grundlage einer kurzfristig geänderten Vorlage der ABDA-Führung gefasst. Die ABDA-Spitze wurde danach beauftragt, sich im Berliner Regierungsviertel nach einem neuen Bürogebäude umzusehen. Er gehe davon aus, dass das Mendelssohn Palais in diesem Prozess „früher oder später“ verkauft werde, so Schmidt. Um unter einem Dach arbeiten zu können, sei dieser Schritt letztlich notwendig.

Schmidt begründete den kurzfristigen Meinungsumschwung mit einer neuerlichen Prüfung der mit der ursprünglich geplanten Aufstockung verbundenen Zielsetzung. Es habe sich gezeigt, dass zwar genügend zusätzliche Bürofläche hätte errichtet werden können, aber keine ausreichende Reserve für eine weitere Ausdehnung. Daher habe der geschäftsführende ABDA-Vorstand kurzfristig beschlossen, die Vorlage zurückzuziehen. Der Mitgliederversammlung wurde daher empfohlen, die Aufstockungsvorlage abzulehnen.

Offene Suche nach einer Alternative

Stattdessen soll die ABDA jetzt nach einem alternativen Apothekerhaus in Berlins Mitte suchen. Der Arbeitsauftrag sei „sehr offen gefasst“, so Schmidt. Es sei auch eine Anmietung denkbar. Der ABDA-Präsident selbst präferiert allerdings den Neubau eines Bürogebäudes. Bereits bei der ABDA-Mitgliederversammlung im kommenden Dezember sollen erste Vorschläge unterbreitet werden.

Brandschutzmaßnahmen müssen trotzdem sein

Für das Mendelssohn Palais soll jetzt nach einer „wertschonenden Lösung“ gesucht werden. Vor dem Verkauf müssten die in einem Gutachten festgestellten Brandschutzmaßnahmen noch weitgehend auf ABDA-Rechnung durchgeführt werden. Die Sicherheitsauflagen müssten auch im Interesse der Mitarbeiter erfüllt werden. Über die Höhe der Kosten könne man keine Angaben machen. Dabei werde man Schritt für Schritt vorgehen.

Verkaufswert nicht bekannt

Keine Angaben machte ABDA-Präsident Schmidt zum Verkaufswert des derzeitigen Apothekerhauses. „In der Jägerstraße ist in den letzten Jahren kein Gebäude verkauft worden“, so Schmidt. Laut Bodenrichtwert besitze das 1500 Quadratmeter große Grundstück einen Wert von 5,6 Millionen Euro. In den ABDA-Büchern steht das Apothekerhaus mit einem Wert von 19 Millionen Euro.

Haushalt leicht gekürzt

Nicht nur um die Zukunft des Apothekerhauses gab es kontroverse Diskussionen bei den ABDA-Mitgliedsorganisationen. Auch der Haushaltsplan 2015 traf nicht überall auf ungeteilte Zustimmung. Darauf hat die ABDA reagiert und den Ansatz leicht gekürzt – um 0,5 Prozent oder circa 70.000 Euro. Bei „wenigen Enthaltungen“ wurde der Etat 2015 schließlich akzeptiert.

„Kleine Einsparpotenziale“

Im Vorfeld sei über den Haushaltsansatz 2015 „kontrovers und emotional“ diskutiert worden, räumte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt ein. Die ABDA habe das Zahlenwerk nochmals auf Reserven durchforstet und „kleine Einsparpotenziale“ realisiert. Statt um geplante 4,7 Prozent auf 14,82 Millionen Euro steigt der ABDA-Etat 2015 nun um 4,21 Prozent auf 14,75 Millionen Euro.

„Harmonische Diskussion“

Profitieren sollen laut Schmidt davon vor allem Mitgliedsorganisationen wie Hamburg, von denen mit über zehn Prozent die größten Beitragssteigerungen abverlangt worden seien. Die Diskussion sei trotz Nachfragen und Anmerkungen „harmonisch“ verlaufen, berichtete der ABDA-Präsident. Die Jahresanrechnung 2013 sei von der Mitgliederversammlung einstimmig akzeptiert worden. 

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