Wirtschaft

Bayer widerspricht Barmer-GEK

Gerinnungshemmer II: Arzneimittelreport kritisiert Xarelto® – Hersteller wehrt sich

STUTTGART (wes) | Der Pharma-Konzern Bayer widerspricht der in seinen Augen irreführenden Darstellung, dass die neuen oralen Gerinnnungshemmer problematische Arzneimittel seien. Der in der vergangenen Woche vorgestellte Barmer-GEK-Arzneimittelreport hatte diese Arzneimittelgruppe kritisiert, da sie zu schwer beherrschbaren Blutungen führten und oft unkritisch eingesetzt würden. Diese Kritik war in zahlreichen Medienberichten aufgegriffen worden.

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) habe bestätigt, dass es hinsichtlich der neuen Gerinnungshemmer keine neue Risikolage gebe, so Bayer am Mittwoch. Das Sicherheitsprofil für Bayers Xarelto® (Rivaroxaban) werde „laufend überprüft, entspricht den Daten der klinischen Studien und bestätigt das positive Nutzen-Risiko-Profil“. Xarelto® habe gezeigt, dass es für Patienten mit einem Risiko für folgenschwere Blutgerinnsel ein wirksamer und verträglicher Schutz sei. Am vergangenen Dienstag hatte die Barmer-GEK ihren Arzneimittelreport 2014 vorgestellt. Darin widmet sich ein ganzes Kapitel den sogenannten neuen oralen Antikoagulanzien wie Bayers Xarelto®. und Pradaxa® (Boehringer Ingelheim, s. nebenstehenden Artikel). Solange bei diesen beiden Präparaten das Nutzen-Schaden-Verhältnis nicht abschließend geklärt sei, sollten sie nur eingesetzt werden, wenn Vitamin-K-Antagonisten keine Option darstellen. Die Behandlung mit den neuen Gerinnungshemmern gestalte sich deutlich kostenintensiver als die mit dem bewährten Wirkstoff Phenprocoumon.

Bayer verweist auf die Vorteile der neuen Gerinnungshemmer. So sei das Risiko von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln niedrig, relevante Interaktionen mit Lebensmitteln seien nicht bekannt. Xarelto® sei eine wichtige Ergänzung der Behandlungsoptionen. 

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