Wirtschaft

Pfizer blitzt erneut ab

AstraZeneca lehnt erhöhtes Übernahmeangebot ab

BERLIN (lk) | Pfizer kommt in seinen Bemühungen, AstraZeneca zu übernehmen, nicht voran. Der britisch-schwedische Pharmakonzern hat ein weiteres Übernahmeangebot seines US-Wettbewerbers zurückgewiesen. Die US-Amerikaner, die seit Monaten für eine Übernahme AstraZenecas werben, hatten ihr Angebot nochmals angehoben auf nun 69,4 Milliarden Pfund (85,4 Mrd. Euro). Es wäre die teuerste Übernahme in der britischen Wirtschaftsgeschichte gewesen.

Pfizer hatte vor dem letzten Gebot erklärt, man wolle auf den Versuch einer feindlichen Übernahme verzichten. Zuvor waren die Amerikaner bereits mit zwei Geboten von 59 und 63 Milliarden Pfund gescheitert. Der Viagra-Hersteller bot zuletzt pro Aktie 55 Pfund und damit 10 Prozent mehr als zuvor. Zudem erhöhte Pfizer den Bargeld-Anteil der Offerte, um das Angebot schmackhafter zu machen. Pfizer nannte das Angebot das allerletzte Wort und schloss eine feindliche Übernahme aus.

Zuvor hatte AstraZeneca eine Offerte in Höhe von 50 Pfund je Aktie abgelehnt. Ein Zusammenschluss würde den Schweizer Novartis-Konzern vom Thron des weltgrößten Pharmaunternehmens stoßen. Unmittelbar vor Bekanntgabe des Angebots hatten zwei Banker gegenüber Reuters die Summe von 55 Pfund je Aktie als „magische Zahl“ bezeichnet, die eine Übereinkunft ermöglichen sollte. Pfizer ist vor allem an den vielversprechenden Krebsmitteln von AstraZeneca interessiert und erhofft sich zudem erhebliche Kostensenkungen und Steuervorteile.

Die AstraZeneca-Aktionäre sollen nun im Falle einer Übernahme 45 Prozent Bargeld erhalten statt bislang 33 Prozent – den Rest will Pfizer mit eigenen Aktien begleichen. Das neue Angebot bedeutet einen beträchtlichen Aufschlag auf den gegenwärtigen Aktienkurs: Die AstraZeneca-Anteilsscheine waren am Freitag an der Londoner Börse mit 48,23 Pfund aus dem Handel gegangen. Vor Bekanntgabe der Fusionspläne Ende April hatten die Papiere noch weniger als 38 Pfund gekostet. 

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