Wirtschaft

Sinkender Optimismus

APOkix: April-Umfrage zur Geschäftslage und Personal

BERLIN (ks) | Jeder zweite Apothekenleiter hat seine Geschäftslage im April 2014 als „neutral“ bewertet. Jeweils rund ein Viertel der vom Institut für Handelsforschung Köln (IFH) für den APOkix-Konjunkturindex befragten Pharmazeuten sehen ihre Situation „positiv“ bzw. „negativ“ – ein sehr ausgeglichenes Bild also. Das spiegelt auch der vom IFH allmonatlich ermittelte Indexwert wider: Er lag im April bei 100,7 Punkten – und damit nur noch knapp oberhalb der kritischen 100-Punkte-Marke.

Sobald es weniger als 100 Punkte sind, überwiegt der Anteil der eher negativ gestimmten Apotheker. Der Abwärtstrend, der seit Erreichen der Rekordmarke von 120,2 Punkten im November 2013 eingesetzt hat, hält also an. Mittlerweile schätzen die Befragten ihre gegenwärtige Geschäftslage wieder etwa genauso ein wie im April letzten Jahres.

Die neutrale Einschätzung ist übrigens bei umsatzstärkeren und -schwächeren Apotheken gleichermaßen ausgeprägt. Allerdings ist die Stimmung bei Apotheken mit einem Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro etwas häufiger negativ: Hier sind es 26%, die ihre Geschäftslage weniger gut beurteilen – gegenüber 22,5%, die sie positiv sehen. Bei den umsatzstärkeren Apotheken gaben nur knapp 19% an, sie hielten ihre Lage für eher negativ – fast 30% schätzten sie positiv ein.

Auch der Indexwert für die in den kommenden zwölf Monaten erwartete Geschäftslage musste im April einen Knick hinnehmen und landet bei nur 84 Punkten. Trotzdem rechnen fast 54% der insgesamt rund 300 Befragten mit einer stabilen Geschäftsentwicklung – gut 30% gehen jedoch von einer Verschlechterung aus. Hier sind die Unterschiede zwischen kleineren und größeren Apotheken etwas ausgeprägter: Nur 12,5% der kleinen, aber knapp 22% der großen Apotheken rechnen mit einer Besserung. Auch im Vergleich zum April 2013 sind die Apotheker etwas pessimistischer geworden.

Teilzeitarbeit hoch im Kurs

Neben der Stimmungslage hat das IFH im April auch das Apotheken-Personal interessiert. Erst vorletzte Woche hatte die ABDA auf dem DAV-Wirtschaftsforum aktuelle Zahlen zum Apothekenpersonal veröffentlicht. Danach waren 2013 durchschnittlich rund 7,3 Mitarbeiter in einer Apotheke beschäftigt – knapp 6% mehr als 2010. Rund drei Viertel davon entfielen auf pharmazeutisches Personal. Zugleich nahm die Zahl der Ausbildungsplätze für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) deutlich ab. Die APOkix-Umfrage ergab, dass im April nur ein Viertel der rund 300 befragten Apothekenleiter derzeit PTA oder PKA ausbilden. Knapp 70% erklärten, aktuell keine Ausbildungsstellen zu besetzen. Früher hätten sie aber schon ausgebildet.

Weiterhin zeichnen sich Apotheken durch flexible Arbeitszeitmodelle aus. So arbeiten laut Umfrage 52% des pharmazeutischen Personals in Teilzeit. Bei den Frauen sind es sogar 57%, bei den Männern lediglich 29%. Überwiegend teilzeitbeschäftigt sind vor allem approbierte Angestellte ohne Leitungsfunktion (74%) sowie PTA (59%). Approbiertes Personal mit Leitungsfunktion ist dagegen meist Vollzeit im Einsatz (76,5%). Auch zwischen Approbierten mit oder ohne Leitungsfunktion ist der Geschlechterunterschied deutlich: 70% der in der Offizin tätigen Approbierten sind weiblich – von jenen mit Leitungsfunktion sind es hingegen nur 46%.

Für die befragten Apotheker haben Teilzeitmodelle zwei Seiten: Gut 70% gaben an, auf diese Weise flexibel auf anfallende Arbeit und Kundenfrequenz reagieren zu können. Rund drei Viertel der APOkix-Teilnehmer erklärten aber auch, ohne Teilzeitangebote nicht genügend Personal finden zu können. 

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