Gesundheitspolitik

Windows XP: Apotheken drohen Sicherheitslücken

Support für Betriebssystem eingestellt – Softwarehäuser raten zur Umrüstung

BERLIN (lk) | Zum 8. April 2014 hat Microsoft den Support für die jetzt 13 Jahre alte Computer-Software Windows XP eingestellt. Wie alle anderen User werden auch Apotheken, die mit dem Microsoft System arbeiten, ab letzten Dienstag nicht mehr mit notwendigen System- und Sicherheitsupdates versorgt. Daher drohen Sicherheitslücken. Microsoft und die führenden Apotheken-Softwarehäuser raten zur raschen Umrüstung auf modernere Betriebssysteme.

Nach Brancheninformationen läuft im Vergleich zu anderen Branchen auf überdurchschnittlich vielen Apotheken-Computern noch die in die Jahre gekommene XP-Software. Aus Sorge um Umstellungsprobleme zögern offenbar Apotheker die Umrüstung hinaus. Der Apothekensoftware-Anbieter awinta empfiehlt, „schnellstmöglich auf eine neue Windows-Version umzustellen“. Nur so könne sichergestellt werden, dass geschäftliche und private Daten ausreichend geschützt sind und es nicht zu technischen Ausfällen der Systeme kommt. „Windows XP ist heute die am häufigsten von Schadsoftware angegriffene Windows-Version“, erklärt Florian Giermann, Geschäftsführer der awinta GmbH. Auch die Hersteller von Antiviren- und Security-Software hätten angekündigt, die Unterstützung von Microsoft XP zeitnah einzustellen. „Wer jetzt nicht auf eine neuere Windows-Version umstellt, setzt die hochsensiblen Daten in seinem Warenwirtschaftssystem einem hohen Risiko aus“, warnt Florian Giermann.

Lauer-Fischer: Nichts übereilen

Der zur CompuGroup gehörende Anbieter Lauer-Fischer rät ebenfalls zur Umstellung, sieht aber keine Eile geboten. Nicht nur die Einstellung des Microsoft Supportes sollte Grund zum Nachdenken über ein neues Betriebssystem sein, sondern vielmehr auch die Ermittlung der individuellen Bedürfnisse und Anforderungen der Apotheke. Für Lauer-Fischer-Apotheken bestehe kein übereilter Handlungsbedarf. Kunden, die eine Umstellung von Windows XP auf einen späteren Zeitpunkt verschieben wollten, würden durch Lauer-Fischer Virenscanner und Firewalls gleichermaßen geschützt. Damit sei das Arbeiten in einer „sicheren“ Betriebssystemumgebung bis auf Weiteres möglich.

Übergangshilfen im Angebot

Wie awinta und Lauer-Fischer bieten auch Pharmatechnik und ADG ihren Kunden Umstellungshilfen an. Pharmatechnik offeriert komplette Soft- und Hardwarepakete. ADG hat nach eigenen Angaben seine Kunden bereits Anfang 2013 auf die Notwendigkeit der Umstellung von Windows XP auf eine modernere Software hingewiesen. Alle ADG-Kunden hätten sich inzwischen für eine Umstellung entschieden. Weil diese in den meisten Fällen mit einer neuen, internetbasierten Kommunikations- und Bestellsoftware für den Großhandel verbunden sei, würden alle ADG-Kunden bis zum Ende des 3. Quartals mit neuer Soft- und Hardware ausgerüstet, so ADG.

Auch Microsoft selbst rät zur Installation eines neueren Betriebssystems: „Wenn Sie also Windows XP nach der Einstellung des Supports ausführen, steigt das Risiko für Angriffe durch Cyberkriminelle“, heißt es in einem Microsoft-Internetblog zu diesem Thema. Microsoft sieht ab sofort ein erhöhtes Risiko beim Internetsurfen mit XP, als auch beim Öffnen von E-Mail und der Nutzung von Chatprogrammen. Auch der Anschluss von Wechseldatenträger berge ein erhöhtes Risiko.

Größere Investitionen nötig

In jedem Fall ist die Umstellung von XP auf eine moderne Software mit größeren Investitionen verbunden. Die meisten XP-Computer verfügen über keine ausreichende Leistung für den Betrieb mit Windows 7 oder 8. Zudem werde laut Microsoft in jedem Fall eine Neuinstallation erforderlich, ein Upgrade sei nicht möglich. Dazu müssten zuvor alle Daten gesichert werden.

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