Recht

Frühjahrsputz für Versicherungsschutz

Policen-Wald „lichten“ und Geld sparen. Teil 2: Versicherungen für besondere Fälle und solche, die Sie sich sparen können

bü/mh | Viel Geld geben die Deutschen für Versicherungen aus. Dabei ist gar nicht sicher, dass alle abgeschlossenen Policen auch wirklich notwendig sind, auf der anderen Seite sind viele Haushalte für den Fall der Fälle nicht ausreichend geschützt. Nachdem wir in der letzten Woche die unverzichtbaren Versicherungen vorgestellt haben, widmen wir uns im zweiten Teil* den Policen, die nicht unbedingt nötig sind.

Nicht nötig, aber nützlich

Diese zusätzlichen Versicherungen können diejenigen haben, die sich’s leisten wollen:

Eine stationäre Zusatzversicherung steht gesetzlich Krankenversicherten offen, die im Krankenhaus Chefarztbehandlung oder ein „ruhiges Zimmer“ haben möchten.

Eine Kapital-Lebensversicherung schließen diejenigen ab, die bequem und sicher (wenn auch nicht unbedingt mit der höchstmöglichen Rendite einer Geldanlage) ihren vorzeitigen oder planmäßigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben finanziell absichern wollen. Vor allem in Kombination mit einer „Direktversicherung“ über den Arbeitgeber eine überlegenswerte Möglichkeit der zusätzlichen Alterssicherung.

Eine Rechtsschutzversicherung lässt die Versicherten juristischen Streitigkeiten „gelassener“ entgegensehen.

Auf eine Kfz-Vollkaskoversicherung legt wert, wer sein (selbstverschuldetes) Unfallrisiko hoch einschätzt. Sie schließt die Kfz-Teilkaskoversicherung generell ein.

Eine spezielle Fahrradversicherung kann sinnvoll sein, wenn eine „Hightech“-Ausführung gefahren wird.

Eine Reiserücktrittskostenversicherung ist insbesondere hilfreich, wenn der Urlaub weit im Voraus gebucht wird, Kinder mitfahren und er vielleicht auch noch teuer ist. Entsprechendes gilt für die Reiseabbruchkostenversicherung, die gegebenenfalls unmittelbar nach dem Einchecken einsetzt.

Kaum gebraucht

Eine Glasbruchversicherung – ein solcher Schaden wirft selten jemanden um.

Eine Insassen-Unfallversicherung – weil inzwischen Beifahrer weitgehend anderweit geschützt sind: durch den eigenen Fahrer, falls er den Unfall verschuldet hat, durch den „Gegner“ im umgekehrten Fall.

Eine Reisegepäckversicherung – weil ihre Bedingungen, überspitzt formuliert, mehr Ausschlüsse als Leistungsgründe vorsehen.

Eine spezielle Urlaubs-Haftpflicht- und Unfallversicherung – weil solche Risiken in den Ferien nicht größer sind als in der übrigen Jahreszeit. Und außerdem die Versicherungssummen für den Ernstfall sehr niedrig sind. Wer meint, in diesen Bereichen Versicherungsbedarf zu haben, der sollte ihn komplett abschließen – nicht nur für die Dauer des Urlaubs.

Ausbildungsversicherungen – weil es sich dabei um Kapital-Lebensversicherungen handelt, die Eltern oder Großeltern zugunsten ihrer Kinder beziehungsweise Enkel abschließen. Da die Risikoanteile in solchen Versicherungen vom Alter der Versicherungsnehmer abhängen (und nicht von denen, die davon profitieren sollen, also den Kindern/Enkeln), machen sich insbesondere, wenn Großeltern einzahlen, die Kosten für den Risikoanteil negativ bemerkbar.

Eine Krankenhaustagegeld-Versicherung – weil Arbeitnehmer sie in der Regel nicht gebrauchen. Sie bekommen mindestens sechs Wochen lang das Gehalt vom Arbeitgeber weitergezahlt. Anschließend ist die gesetzliche Krankenkasse am Zug – mit bis zu 90 Prozent vom vorherigen Nettoverdienst. Für Selbstständige allerdings empfehlenswert.

Zusatzkrankenversicherungen (für Brillen, Heilmittel usw.) sind nicht unbedingt notwendig, weil die dafür aufzuwendenden Beträge in der Regel aus der eigenen Tasche bezahlt werden können. Sinnvoll kann allerdings eine Zusatzversicherung für Zahnersatzleistungen sein – weil es in diesem Bereich schnell recht teuer werden kann. 

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