Wirtschaft

ApoBank zufrieden mit 2013

Überschuss gestiegen – Dividende stabil – Abbau toxischer Papiere schneller als erwartet

FRANKFURT/M. (wes) | Die Apotheker- und Ärztebank (ApoBank) konnte im vergangenen Jahr einen Jahresüberschuss von 47,4 Millionen Euro erzielen. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr – und mehr als erwartet. Man werde der Vertreterversammlung vorschlagen, erneut eine Dividende von 4 Prozent auszuschütten, sagte der Sprecher des Vorstands, Herbert Pfennig.

Er sei mit der Entwicklung der Geschäfte im letzten Jahr „mehr als zufrieden“, sagte Pfennig bei der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am 8. April. „Und das trotz der schwierigen Rahmenbedingungen für das Bankgeschäft.“

Im Jahr 2013 konnte die Genossenschaftsbank einen Zinsüberschuss von 679,2 Millionen Euro erwirtschaften (2012: 694,0 Mio. Euro). Das trotz gestiegener Kreditvergabe (insgesamt 5,6 Mrd. Euro) das Zinsgeschäft leicht zurückging, hänge mit den anhaltend niedrigen Zinsen zusammen, erläuterte Finanzvorstand Dr. Thomas Siekmann. Man habe sich aber im aktuellen Zinsumfeld wacker geschlagen. Auch der Provisionsüberschuss ging zurück, um fast 11 Prozent auf 103,7 Millionen Euro.

Altlasten schneller abgebaut

Dass der Überschuss trotzdem wuchs, liegt an den gesunkenen Kosten. Der Verwaltungsaufwand konnte gesenkt werden, besonders stark sanken jedoch die Risikokosten und Vorsorgemaßnahmen.

Besonders gut vorangekommen sei man beim Abbau des toxischen Portfolios der komplexen Wertpapiere, erläuterte Pfennig. Von den ursprünglich 5,5 Milliarden Euro, mit denen diese hochriskanten Papiere 2009 in den Büchern standen, waren Ende 2013 nur noch 288 Millionen Euro übrig geblieben. Ursprünglich war die ApoBank von einem deutlich langsameren Abbau dieser riskanten Papiere ausgegangen: auf 2,4 Milliarden Euro sollten sie bis Ende 2014 abgeschmolzen sein. Siekmann und Pfennig gaben sich zuversichtlich, die restlichen Papiere bis zum Jahresende verkaufen zu können.

In Hinblick auf die sinkenden Risiken und die gestiegene Eigenkapitalquote von nun 17 Prozent sprach Siekmann davon, man entwickle sich zu einer „im besten Sinne langweiligen Bank“. Man habe sich von Geschäften, die nicht zum Kernbereich zählen und nicht zum Risikoprofil einer Genossenschaftsbank gehören, verabschiedet und die Bilanz gründlich aufgeräumt. Deshalb sei man sehr zuversichtlich, den Stresstest der Euopäischen Zentralbank (EZB) zu bestehen. Da die Bilanzsumme der ApoBank mit 35 Milliarden Euro über der 30-Milliarden-Euro-Grenze liegt, gehört sie zu den sogenannten „systemrelevanten“ Banken, deren Bilanzen und Risiken aktuell von der EZB überprüft werden.

Für das Jahr 2014 erwartet Siekmann einen weiter steigenden Überschuss. Wegen hoher Investitionen, vor allem beim Personal, das aufgrund der Sparpolitik im vergangenen Jahr auf 2036 Mitarbeiter geschrumpft war, werde operativ das hohe Niveau von 2013 aber nicht mehr erreicht werden können.

Die strategische Konzentration auf die Kernzielgruppe der Ärzte, Apotheker, Zahn- und Tierärzte bedeutet nicht, dass die ApoBank keine neuen Kunden gewinnt: die Zahl der Mitglieder wie der Kunden stieg 2013. Ende 2014 hatte die ApoBank über 104.000 Genossenschaftsmitglieder, das sind fast 4000 mehr als 2012. Der Anstieg der Kundenzahl ist vor allem verstärkten Aktivitäten bei Studierenden und Angestellten zu verdanken. So waren über 4000 der 8500 Neukunden Studierende. Auch bei den angestellten Apothekern und Ärzten sieht die ApoBank noch Potenzial: Hier habe man einen Marktanteil von ungefähr 25 Prozent, während er bei den selbstständigen Heilberuflern bei 50 bis 60 Prozent liege, betonte Pfennig. 

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