Management

Auf der Suche nach Mitarbeitern

Online-Job-Börse, Zeitungsinserat, eigene Homepage – wie und wo Stellenangebote Beachtung finden

Auch im Internet-Zeitalter sind Stelleninserate des Apothekers bei der Suche nach neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer noch aktuell. Für ein Inserat brauchen Sie keine Agentur und keinen Texter. Sie kaufen den Anzeigenraum und liefern die Textvorlage. Fragen beantwortet Ihnen die Anzeigenredaktion. Allerdings muss eine selbstgestaltete Anzeige des Apothekers professionell sein und sich von anderen Apotheken unterscheiden, um einen höheren Aufmerksamkeitswert zu erreichen. Professionalität bringt Ihnen mehr Bewerbungen.

Trotz Online-Job-Börse werden Ihre Stelleninserate beachtet. Die Tageszeitung hat meist eine Gesamtausgabe und Nebenausgaben, in denen Sie benachbarte Regionen erreichen können. Nebenausgaben erhalten den gleichen „Mantel“ wie die Gesamtausgabe. Nur der Lokalteil unterscheidet sich deutlich. Sie können also die Teilauflage oder die Gesamtausgabe belegen. Für Teilzeitangebote mag die Regionalausgabe genügen, wenn sich Bewerberinnen für kurze Fahrzeiten interessieren. Mit einem Inserat in der pharmazeutischen Fachpresse erreichen Sie ganz gezielt pharmazeutisches Personal. Ein weiterer Vorteil: Ihre Anzeige wird bundesweit gelesen – vielleicht möchte ja eine PTA zufällig genau in Ihre Gegend ziehen.

Oft suchen Apotheken länger nach geeigneten Bewerberinnen. Denn es kommt nicht darauf an, irgendeine Bewerberin zu finden, sondern die beste. Qualifizierte Mitarbeiterinnen, die wechseln wollen, wissen das und können zwischen mehreren Angeboten wählen. Sie prüfen auch die Homepage des Apothekers und hören sich um. „Gutes Personal ist Ihr Kapital“, bemühen Sie sich um gute Mitarbeiter genauso wie um anspruchsvolle Kunden. Ihr Stelleninserat ist außerdem Imageträger Ihrer Apotheke. Und Ihre Homepage muss aktuell und informativ sein, weil sich Stellensuchende auch online informieren.

Besonderheiten im Stellenangebot


1. Unser Schwerpunkt ist die Krankenhausversorgung

2. Wir sind seit Langem QMS-zertifiziert

3. Wir sind Weiterbildungsstätte für klinische Pharmazie

4. Wir sind eine aktive Apotheke mit Filialen

5. Wir veranstalten regelmäßig Aktionen

Text und Gestaltung des Inserats

Allgemeine Texte wie „für unser kollegiales Team suchen wir …“ sind nicht gerade überzeugend. Jeder Stellenanbieter stellt sein Team positiv dar. Sinnvoll ist es, wenn Sie ausdrücklich auch auf Teilzeitarbeit hinweisen, damit vergrößern Sie den Kreis der Bewerberinnen.

Verzichten Sie im Inserat auf Texte wie „freundliche, motivierte und engagierte Mitarbeiterin gesucht“. Jede Bewerberin glaubt diese selbstverständlichen Anforderungen zu erfüllen. Nennen Sie stattdessen besser Ihre Homepage, damit sich Bewerber über ihren neuen Arbeitsplatz vorinformieren können. Packen Sie das Inserat nicht zu voll mit Floskeln wie „Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung“. Was hat die Bewerberin davon, dass Sie sich freuen? Interessant ist es für eine „Wiedereinsteigerin“, dass Sie diese Möglichkeit extra erwähnen. Eine größere Apotheke sollte sich auch für ein größeres Inserat entscheiden, Kleinanzeigen, z.B. 25 mm, wirken keinesfalls großzügig. Mit 50 bis 70 mm zahlen Sie zwar mehr, aber das sollte es Ihnen Wert sein. Zweispaltige Inserate wirken anders als einspaltige in höherem Format. Die symmetrische Textanordnung wirkt konservativer als die Blockanordnung des Textes. Ihre Anzeige fällt stärker auf, wenn Ihr Logo in Farbe erscheint. Sie können auch den Rahmen der Anzeige farblich gestalten. Mit diesen Details geben Sie dem Stelleninserat den „letzten Schliff“.

Machen Sie sich als Stellenanbieter für Bewerbungen attraktiv. Im „War of Talents“ muss man interessant sein, um den besten Kandidaten für eine freie Stelle zu bekommen. Hier hilft das gute Image der Apotheke, nicht nur die Homepage. Zufriedene Mitarbeiterinnen sorgen für eine positive Mundwerbung, was erheblichen Einfluss darauf hat, ob sich gutes Personal rekrutieren lässt.

Die Botschafter der Apotheke

Die beste Werbung sind Ihre zufriedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die eine positive Mundwerbung betreiben und Bewerbungen auslösen können. Neben einem guten Arbeitsklima sind herausfordernde Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten bei Stellenbewerbungen fast wichtiger als das Einkommen. Das Image des Stellenanbieters hat viel größere Wirkung als früher und wirkt sich auf die Anzahl der Bewerbungen aus.

Auch Ihre Kunden lesen Ihre Stellenanzeigen und bilden sich ein Urteil. Wenn eine Mitarbeiterin die Apotheke verlässt, weil sie in den Mutterschaftsurlaub geht, können Sie das schlagwortartig im Inserat erwähnen. Altersbedingtes Ausscheiden einer Mitarbeiterin oder die Verstärkung des Teams sind Gründe, weshalb Sie jemanden suchen und können im Text erwähnt werden.

Damit die neue Mitarbeiterin auch nach der Probezeit nicht kündigt, sollten Sie in der Stellenausschreibung und auf Ihrer Homepage nicht zu viel versprechen. Ein absoluter Killer sind Zusagen, die bei der Einstellung in Aussicht gestellt werden, aber dann nicht eingelöst werden. Bei einem unprofessionell geführten Einstellungsgespräch entscheidet man sich für eine ungeeignete Bewerberin, von der man sich dann wieder trennt. Empfehlungsmarketing kommt von Ihren zufriedenen Mitarbeitern. Wer zufrieden ist, wird zum Botschafter einer Firma.

Aktuelle Fragen für Ihre Stelleninserate


  • Die linke oder rechte Seite der Zeitung?
    Eine gut gestaltete Anzeige wird gelesen – egal auf welcher Seite sie steht. Auch die Platzierung innerhalb der Seite hat an Bedeutung verloren. Wer sich für ein Stellenangebot interessiert, der sucht attraktive Inserate, liest gründlich und vergleicht Stellenangebote. Wer nicht sucht, den erreichen Sie auch nicht durch besondere Platzierung.

  • samstags oder mittwochs inserieren?
    Die Mittwochsausgabe der Tageszeitung wird weniger gründlich gelesen. Allerdings ist samstags der Stellenteil so groß, dass Ihr Inserat sich durchsetzen muss. Wechseln Sie mal von Samstag auf Mittwoch. Wichtig sind Stelleninserate vor den gesetzlichen Kündigungsterminen. Schalten Sie Ihre Anzeige dann zweimal in derselben Woche.

  • Hochformat oder Querformat?
    Hauptsache, die Anzeige ist nicht quadratisch. Beide Formate können gut wirken. Nur der Wechsel zwischen Hoch- und Querformat wirkt nachteilig, weil der Wiedererkennungs-Effekt fehlt.

  • Wie oft kann man die Anzeige wiederholen?
    Zwei- bis viermal können Sie wiederholen. Dann sollten Sie den Text ändern oder die Zeitung wechseln. Gleiches gilt auch für die Job-Börse im Internet. Kritische Leser denken schnell: Wer längere Zeit sucht, hat wenig Erfolg. Das schreckt potenzielle Bewerber ab.

Bieten Sie Bewerbern im Stellenangebot die Möglichkeit, sich vorab telefonisch zu informieren: „Telefonische Vorabinfos unter …“. Sie können dann schon eine Auswahl treffen für die persönliche Bewerbung. Am Telefon stellen Sie und beantworten Sie die relevanten Fragen für die Bewerbung.

Keine unnötigen Gedanken machen

Die Platzierung des Inserats auf der Seite wird immer wieder überbewertet. Bei Produktwerbung spielt es eine Rolle, wo die Anzeige steht. Bei Stellenangeboten ist diese Frage nebensächlich, denn ob rechts oben oder links unten – wer eine Stelle sucht, wer sich verändern will, findet Ihre Anzeige. Auch die linke oder rechte Seite der Fachzeitschrift oder Tageszeitung ist nicht von besonderer Bedeutung. Wenn jeder Leser von vorne nach hinten blättert, ist die rechte Seite augenfälliger als die linke. Inzwischen lesen viele nicht mehr chronologisch wie ein Buch, sondern recht „unsystematisch”, mal von vorne nach hinten, mal umgekehrt. Manche fangen in der Mitte an oder sie suchen sehr zielbewusst den Stellenteil raus. 

Rolf Leicher, Kommunikationstrainer, Oberer Rainweg 67, 69118 Heidelberg,
Rolf.Leicher@t-online.de

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