Gesundheitspolitik

DAK holt sich 430.000 Euro von Apotheken

Abrechnungsbetrug: Die DAK-Gesundheit ermittelt

BERLIN (ks) | Die DAK-Gesundheit bleibt Abrechnungsbetrügern im Gesundheitssystem auf der Spur. Wie die Kasse mitteilt, verfolgen ihre Ermittler derzeit knapp 1900 Hinweise auf gefälschte Rezepte, Schein-Behandlungen oder manipulierte Rechnungen – 144 davon betreffen Apotheken. 2013 habe sich die Kasse Gelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro zurückholen können. Volker zur Heide, Leiter der DAK-Ermittlungsgruppe, betont aber auch: „Bei der großen Mehrheit der Leistungserbringer sind die Abrechnungen korrekt“.

Die zehnköpfige DAK-Arbeitsgruppe stellt auch in diesem Jahr fest: Abrechnungsbetrug findet in allen Leistungsbereichen statt. Bei den im vergangenen Jahr abgeschlossenen 954 Fällen stand aber erneut der Bereich der Heilmittel an der Spitze. 36 Prozent der Ermittlungen betrafen falsche Abrechnungen von Leistungen wie Physiotherapie oder Massagen. Mit 16 Prozent der Fälle stand der Pflegebereich an zweiter Stelle, gefolgt von Betrügereien bei Arztabrechnungen und Arzneimitteln (jeweils acht Prozent).

In absoluten Zahlen heißt das für die Apotheken: Sie betreffen 73 der 2013 abgeschlossenen Fälle. Ein typischer Fall im Bereich Ärzte/Apotheker seien von Ärzten ausgestellte „Luftrezepte“, bei denen sich Apotheker und Ärzte dann den Rezeptwert teilten, erklärte ein DAK-Sprecher. Diesen Schaden schreibt die DAK-Gesundheit allerdings den Ärzten und nicht dem Arzneimittelbereich zu.

Was die Höhe der erfolgreichen Rückforderungssummen angeht, sieht das Ranking etwas anders aus. Hier hatte bei der DAK-Gesundheit der Bereich der Arznei- und Verbandmittel die Nase vorn (430.000 Euro). Bei Hilfsmitteln belief sich der zurückgeholte Betrag auf 340.000 Euro, bei Heilmitteln auf 290.000 Euro und in der Pflege auf 200.000 Euro. Von Krankenhäusern erhielt die Kasse 133.000 Euro zurück, von Ärzten 115.000 Euro und von Zahnärzten 110.000 Euro. Diese Summen, so die DAK-Gesundheit, beruhten auf Fällen, bei denen es sich um vorsätzlichen Abrechnungsbetrug mit kriminellem Hintergrund handelt oder bei denen aufgrund von vertragswidrigem Verhalten Vertragsstrafen verhängt wurden. Geldrückflüsse aus der routinemäßigen Abrechnungsprüfung – etwa Retaxationen von Apotheken – sind hingegen nicht enthalten.

Schwarze Schafe schaden dem Ansehen aller

Chefermittler zur Heide macht deutlich: „Fehlverhalten ist kein Massenphänomen, aber jeder einzelne Fall schadet dem Ansehen der einzelnen Bereiche“. Die Kasse sei es ihren Versicherten schuldig, „hart und konsequent gegen die Betrüger vorzugehen und das Geld zurückzuholen. Laut DAK wird es immer schwerer, Abrechnungsbetrüger zu verfolgen. Es gebe vermehrt zeitintensive juristische Auseinandersetzungen, die einen zeitnahen Ausgleich der finanziellen Schäden verhinderten. Bei der Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen arbeitet das Ermittlerteam der DAK-Gesundheit mit anderen Kassen, den Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigungen sowie der Kriminalpolizei und den Staatsanwaltschaften zusammen. 

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