Management

Ins Warenlager investieren!

So können Sie Rentabilitätsreserven Ihrer Apotheke heben

MÜNCHEN (diz) | Nach Auffassung von Steuerberater Dr. Bernhard Bellinger können Apotheken trotz eines schwierigen Marktumfeldes noch Rentabilitätsreserven heben. Auf dem 6. Kooperationsgipfel des Bundesverbandes Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) zeigte er auf, wie eine Apotheke ihr Ergebnis verbessern kann.

Die Kennzahl Rentabilität (in Prozent) wird definiert als Verhältnis von Gewinn zum eingesetzten Kapital. Um die Rentabilität zu verbessern, sieht Bellinger Reserven z.B. darin, sich an Großhandlungen (Genossenschaften) zu beteiligen, die Dividenden auszahlen, oder in Kooperationen einzutreten mit Vorteilen wie Prozesskostenoptimierung, günstigerer Einkauf, Marketingunterstützung, Dividenden.

Foto: DAZ/Sket

Geld in Aktien oder andere Anlageformen zu investieren, sieht Bellinger derzeit kritisch: „Der nächste Crash kommt in zwei bis drei Jahren.“ Sein Rat: „Richtig gesteuert ist die Kapitalinvestition ins eigene Unternehmen am besten.“ Er schlägt beispielsweise vor, in die Verfügbarkeit der Ware zu investieren, d.h. die Lieferfähigkeit zu optimieren. Der Kunde von heute zeige eine hohe Wechselbereitschaft, wenn er nicht zufriedenstellend bedient wurde, wenn er wieder kommen muss, weil die Ware nicht verfügbar ist, die er gern sofort mitgenommen hätte. Eine Apotheke, die sofort liefern kann, bleibt dem Kunden in guter Erinnerung. Deshalb, so Bellingers Rat: „Investieren Sie ins Warenlager.“

Kommen weitere Faktoren dazu wie eine kompetente Beratung, eine gute Erreichbarkeit der Apotheke, Serviceleistungen wie z.B. Botendienst, und vor allem Freundlichkeit, sympathische Ausstrahlung und eine freundliche Verabschiedung des Kunden beim Verlassen der Apotheke („sehr wichtig“, so Bellinger), ist die Apotheke gut aufgestellt.

Weitere Rentabilitätsreserven sieht der Steuerberater darin, alle kündbaren Kredite zu kündigen und auf Laufzeiten von zwei bis drei Jahren umzustellen. Auch der Dispokredit sollte unter die Lupe genommen und gegebenenfalls mit der Bank verhandelt werden.

Die Apotheke auf Facebook

Nicht zuletzt sieht Bellinger Möglichkeiten zur Kundengewinnung im Ausbau von Social Media, beispielsweise durch den Aufbau einer Facebook-Seite oder Werbung auf Facebook. Bereits heute sind selbst viele Senioren (älter als 65 Jahre) auf Facebook aktiv. Hauptziel einer Apotheken-Facebook-Seite sei dabei, die Bekanntheit der Apotheke zu steigern. Über die Facebook-Seite Preiswerbung zu machen, hält Bellinger für falsch, das wäre für den User zu langweilig. Eine Apothekenseite in Facebook sollte nach seiner Auffassung pharmazeutische Informationen liefern, außerdem kleine Bemerkungen und Geschichten zum Thema „Wir über uns“ (auf jeden Fall mit Fotos!) sowie ein bisschen Spaß und Unterhaltung. Facebook muss mit Infos gefüttert werden, so Bellinger, die zum „Liken“ animieren. Auch Kurzinformationen zu besonderen Themen können auf Facebook angerissen werden mit dem Hinweis, sich in der Apotheke zu diesem Thema eingehend beraten zu lassen. Eine Zusammenarbeit mit Firmen ist denkbar. Bellinger: „Bei Facebook sollte man als erster dran sein, denn der Zweite ist bereits der Erste der Verlierer.“ 

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