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ABDA diskutiert auf Klausurtagung

BERLIN (lk). Zweieinhalb Tage diskutierten die Präsidenten und Vorsitzenden der 34 Apothekerkammern, Apothekerverbände und -vereine mit der neuen Standesführung um ABDA-Präsident Friedemann Schmidt hinter verschlossenen Türen über die aktuelle Lage und die Zukunft des Berufsstandes. Es gab Beschlüsse (siehe folgende Berichte) und viele Denkanstöße, die in den kommenden Wochen und Monaten in konkrete Formen gegossen werden sollen, wie das neue Leitbild des Apothekerberufs. Unterstützung fand Schmidt bei den 34 Mitgliedsorganisationen für seinen Kurs, die Apothekerschaft stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken und die dicken Mauern des Apothekerhauses transparenter zu machen.
Der Patient soll künftig noch stärker im Mittelpunkt stehen als heute. Bis zum nächsten Deutschen Apothekertag will die ABDA ein neues, patientenorientiertes Leitbild des Apothekers entwickeln.
Foto: ABDA

So will sich die ABDA künftig stärker in aktuelle politische Diskussionen einbringen. "In Zukunft werden wir uns bei Themen mit gesellschaftlicher Relevanz deutlicher positionieren", kündigte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt an. Überhaupt soll mehr und offener auch innerhalb der Apothekerschaft diskutiert werden. Zu diesem Zweck denkt die ABDA über die Schaffung einer internen Plattform im Internet nach dem Muster von Facebook nach, auf der die Mitgliedsorganisationen miteinander ins Gespräch kommen können.

Insgesamt zog Schmidt ein positives Fazit der Klausur. Die internen Auseinandersetzungen seien beendet, der Gesamtvorstand gestärkt worden, so Schmidt. Die 34 Mitgliedsorganisationen hätten seine politische Linie für die nächsten zwölf Monate gestützt. "Das ist ein positiver Schub für die ABDA", sagte Schmidt. Nun habe die ABDA in allen strategischen Fragen die Unterstützung der Mitglieder und damit "eine neue demokratische Legitimation" erhalten.

Neues Leitbild hat Patient im Fokus

Viele Themen wurden auf der Klausurtagung vorgestellt und andiskutiert. So soll bis zum nächsten Deutschen Apothekertag ein neues, patientenorientiertes Leitbild des Apothekers entwickelt werden. Die Arbeitsgruppe dazu leitet ABDA-Vize Mathias Arnold, der erste Überlegungen vorstellte. Neben Arnold gehören der Arbeitsgruppe auch Magdalene Linz aus Niedersachsen, Thomas Benkert und Dr. Hans-Peter Hubmann aus Bayern, Dr. Peter Froese aus Schleswig-Holstein sowie Gabriele-Regina Overwiening aus Westfalen-Lippe an.

Honorierung weiterentwickeln – aber vorsichtig

Diskutiert wurde auch über die Weiterentwicklung der Honorierung. Dabei soll es laut Schmidt "vorsichtige Schritte nach vorn, aber keine Revolution" geben. Angedacht ist ein "zweites Standbein" neben der packungsbezogenen Vergütung, das die Beratungs- und Serviceleistungen der Apotheker abbilden soll. Ein Einstieg könnte das Medikationsmanagement sein.

Weiter waren sich die Standesvertreter einig, die Nachwuchsförderung zu stärken und langfristig die Approbationsordnung zu überarbeiten. Größeres Gewicht soll dabei die patientenorientierte und klinische Pharmazie erhalten. Das ist aber ein langfristiges Projekt: "Die Überarbeitung der Approbationsordnung wird ungefähr zehn Jahre dauern", so Schmidt. Die ABDA will sich mit den Hochschulen in Verbindung setzen und Vorschläge erarbeiten. Außerdem sollen moderne Instrumente aus dem Bereich des E-Learnings für die Fort- und Weiterbildung für Apotheker entwickelt werden.

Dialog mit Basis fortsetzen

Diskutiert wurde natürlich auch über die Daten-Affäre im BMG und die Folgen und Lehren daraus. Es gab Kritik an der Arbeit der bisherigen Verbandführung, unterm Strich aber einen klaren Vertrauensbeweis für die Standesvertretung im Berliner Apothekerhaus: "Die Struktur der ABDA wurde nicht infrage gestellt", so Schmidt. Als Überraschungsgäste hatte Schmidt vier Vertreter aus den Reihen der Basis- und Protestapotheker eingeladen. Der begonnene Dialog mit der zuletzt sehr unzufriedenen Basis soll fortgesetzt werden.



DAZ 2013, Nr. 9, S. 11

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