Prisma

Makrophagen schleusen onkolytische Viren in Tumorzellen

(han). Standardtherapien in der Onkologie können zwar das Wachstum von Tumoren verhindern, aber nach der Behandlung kommt es meist zu erneutem Wachstum der Tumorzellen. Im Tierversuch wurde jetzt erfolgreich ein neuer Therapieansatz getestet: Über Makrophagen werden Onkoviren eingeschleust, die auch nach der Standardtherapie das Wachstum und die Ausbreitung der Tumoren verhindern.

Onkolytische Viren können die von ihnen infizierten Krebszellen zerstören. Nach intravenöser Gabe oder Injektion ist die Viruskonzentration für eine therapeutische Anwendung jedoch zu gering. Daher wurde ein völlig neuer Therapieansatz entwickelt, bei dem Viren durch Makrophagen zum Tumor transportiert und dort in großer Zahl ausgesetzt werden können.

Makrophagen können zwar als Bestandteil des Immunsystems in das Tumorgewebe eindringen, aber den Tumor selbst nicht erfolgreich bekämpfen. Daher wurden experimentell Makrophagen mit den Genen spezifischer onkolytischer Viren entwickelt, die sich besonders im sauerstoffarmen Inneren eines Prostatakarzinoms massiv vermehren sollten. Im Modellversuch an Mäusen mit einem Prostatakarzinom zeigte der Therapieansatz vielversprechende Ergebnisse. Die Tiere waren zunächst mit einer Chemotherapie (Docetaxel) oder einer Strahlentherapie behandelt worden. Zwei Tage danach erfolgte die Makrophagen-basierte Krebstherapie. Während sich der Tumor in der Kontrollgruppe nach etwa sechs Wochen weiter ausgebreitet und zum Tod der Mäuse geführt hatte, waren alle behandelten Tiere noch am Leben. Eine entsprechende Therapie soll bereits demnächst auch an Patienten mit einem Prostatakarzinom zur Anwendung kommen.


Quelle: Muthana, M. et al.: Cancer Research, Online-Vorabpublikation,
DOI: 10.1158/0008-5472.CAN-12-3056.



DAZ 2013, Nr. 7, S. 8

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