DAZ aktuell

Reader‘s Digest lässt Apotheker zu Wort kommen

Pharmazeuten erklären Vorurteile und geben Tipps

BERLIN (ks) | Themen rund um die Apotheke, insbesondere die dort stattfindende Beratung und die verlangten Preise, finden regelmäßig in die Publikumspresse. Nun hat sich auch das Magazin Reader‘s Digest den Pharmazeuten angenommen. Unter dem Titel „33 Dinge, die Apotheker verschweigen“ werden Ergebnisse einer Bevölkerungsumfrage Äußerungen von Apothekern selbst gegenübergestellt.
Foto: Reader´s Digest
Die Januar-Ausgabe von Reader‘s Digest Deutschland ist ab dem 23. Dezember erhältlich.

Das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragte im Auftrag von Reader‘s Digest 1006 Bürger. Die Ergebnisse: Zwei Drittel der Befragten erklärten, sie hätten häufig das Gefühl, Apotheken verlangten überteuerte Preise für ihre Produkte. Immerhin gaben 64 Prozent an, dass sie ihre Medikamente lieber vom Apotheker als vom Arzt bekommen möchten – doch 34 Prozent der Befragten zeigten sich offen, Arzneimittel direkt über ihren Arzt zu beziehen. 43 Prozent würden sich die Drogerie als Verkaufsstelle wünschen – 55 Prozent finden es jedoch richtig, dass auch OTC nur in Apotheken zu haben sind. Vertrauen in die Apotheker haben vor allem Frauen. Immerhin 49 Prozent der weiblichen Umfrageteilnehmer gaben an, oft auf den Arztbesuch zu verzichten und sich lieber auf den Rat des Apothekers zu verlassen. Dieses Vertrauen bringen nur 24 Prozent der befragten Männer auf.

Zu diesen Ergebnissen lässt Reader‘s Digest nun Apothekerinnen und Apotheker zu Wort kommen. Namentlich erscheinen sie nicht. Es ist nur zu erkennen, ob sie angestellt sind oder selbst Apothekeninhaber – und wo und wie lange sie bereits im Beruf stehen. Sie räumen unter anderem auf mit dem Vorwurf, die Produkte seien zu teuer: „Für eine von uns selbst hergestellte Nasensalbe, die sieben bis acht Euro kostet, arbeitet eine pharmazeutisch-technische Assistentin eine halbe Stunde. An Verdienst ist da nicht zu denken.“ Ein anderer Apotheker verweist auf die enormen Sicherheitsanforderungen, unter denen Arzneimittel hergestellt werden. Ein weiterer greift die oft als hoch empfundene Zuzahlung auf: Diese sei „nicht auf unserem Mist gewachsen. (…) Wir haben weder Einfluss darauf noch finanziell etwas davon.“ Auch die Probleme, die Rabattverträge mit sich bringen, werden thematisiert.

Was die immer wieder öffentlich bemängelte Beratungsqualität angeht, fordern die Apotheker die Leser auf, selbst aktiv zu werden. Zwar dürften Apotheker nicht diagnostizieren – doch sie beraten gerne. Der Satz aus der Werbung „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ sei ernst zu nehmen: „Tun Sie es, gerade zum Thema Neben- und Wechselwirkungen. Das ist wirklich zu kompliziert auf dem Beipackzettel“, so ein Apothekeninhaber. Weitere Pharmazeuten zeigen auf, welche Tücken der Arzneimittelversandhandel birgt. Andere raten, das Angebot von Kundenkarten anzunehmen. Zudem gibt es Tipps der Apotheker welche Arzneimittel unbedingt in die Hausapotheke gehören: „Zumindest Fieberthermometer, Nasenspray, Schmerztabletten und Desinfektionsmittel für Wunden.“ Nicht zuletzt erklären sie, was von Generika zu halten ist und warum der Notdienst wirklich ein Notdienst ist.