Aus den Ländern

NZW in Hamburg

Der Norddeutsche Zytostatika Workshop NZW, der nur noch aus Tradition "Workshop" heißt, hat sich zum größten pharmazeutisch-onkologischen Fachkongress im deutschsprachigen Raum entwickelt. Der 21. Kongress fand vom 25. bis 27. Januar in gewohnter Umgebung in Hamburg-Harburg statt und wurde von rund 1000 Teilnehmern besucht. Ergänzt wurde er durch den 11. PTA-Kongress, den NZW-Europe, ein interaktives berufspolitisches Forum sowie eine Industrieausstellung.
Jedes Jahr gut besucht: Der NZW in Hamburg.
Foto: DAZ/pj

Klaus Meier, Initiator des NZW und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP), streifte in einem kurzen Rückblick die Leistungen der DGOP in den vergangenen Jahren wie etwa Weiterbildungen, Zertifizierungen sowie den Aufbau und die Fortführung von QuapoS (Qualitätsstandards für den pharmazeutisch-onkologischen Service), die noch in diesem Jahr in der fünften Auflage erscheinen sollen; er wies aber auch auf neue Aufgaben wie die Beibehaltung der ortsnahen Versorgung, die Umsetzung der neuen Apothekenbetriebsordnung sowie das verstärkte Arzneimittelmanagement – Stichwort orale Zytostatika – hin.

In seinen Grußworten schloss sich auch Dr. Andreas Kiefer, der neue Präsident der Bundesapothekerkammer, der Forderung nach einer ortsnahen Versorgung, einer tragenden Vernetzung und einer besseren Patientenversorgung an und hob die Bedeutung der Zusammenarbeit und des interdisziplinären Austausches hervor.


Internet


www.dgop.org

Ethisches Handeln und Qualität

Ein interaktives berufspolitisches Forum befasste sich mit der Frage "Ethisches Handeln und Qualität – ist das bezahlbar?" Die Teilnehmer, Vertreter aus der Industrie, von Patientenorganisationen sowie aus der Ärzte- und Apothekerschaft, diskutieren darüber, ob die Vorgaben der neuen Apothekenbetriebsordnung im Hinblick auf die Zytostatikazubereitung mit Vorteilen für den Patienten verbunden sind, wer die Schuld an der Nichtverfügbarkeit von Zytostatika trägt und ob ein Zusammenhang zwischen der negativen Preisspirale und der Mangelversorgung besteht.

In einer weiteren Veranstaltung wurden – als Gegenpol zum ortsnahen, eigenverantwortlichen, selbst herstellenden Apotheker – Vertreter von Herstellbetrieben zu ihren Positionen befragt. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, ob Herstellbetriebe die Sterilherstellung optimieren oder ob sie als "gefährdendes Überbleibsel einer gesetzlichen Lücke zur Gewinnmaximierung" zu betrachten seien, die patientennahe Versorgungsstrukturen gefährden.

Initiative zur Beratung über orale Zytostatika

Beim diesjährigen Kongress wurde erneut auf die Initiative "Orale Krebstherapie – sicher und effektiv durch gemeinsame Beratung" hingewiesen. Diese Kampagne ist ein gemeinsames Projekt der DGOP und der Deutschen Krebsgesellschaft und soll dem öffentlichen Apotheker das notwenige Rüstzeug für eine kompetente Beratung bei der Abgabe oraler Zytostatika vermitteln.

Die Kampagne soll noch in diesem Jahr starten und folgendermaßen ablaufen: In Einführungsvorträgen "250 Apotheker für 20.000 Apotheken" soll die Initiative bekannt gemacht werden. Bei Interesse kann der Apotheker ein achtstündiges Curriculum durchlaufen, in dem er die notwendigen Grundlagen und Informationen zu einer kompetenten Beratung erhält. Dies impliziert auch den Zugang zu einer Datenbank (https://dgop-oralia.de; eine Anmeldung ist in den nächsten Wochen möglich), die Informationen zu Interaktionen zwischen oralen Zytostatika und Arzneimitteln enthält.

Die Teilnehmer an dem Curriculum sollen ein Zertifikat erhalten; ob dieses Zertifikat von der DGOP oder der Bundesapothekerkammer erteilt wird, ist derzeit noch nicht geklärt. Ebenfalls noch ungewiss ist, ob sich alle Kammern an der Fortbildung beteiligen.


pj



DAZ 2013, Nr. 5, S. 75

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