Prisma

Milch macht schlau – vielleicht

(jb). In einer Arbeit, die 2012 im New England Jounal of Medicine erschienen ist, wurden die Nobelpreise pro Kopf als Parameter für die kognitiven Fähigkeiten der Bevölkerung eines Landes herangezogen. Diese korrelierten mit dem Pro-Kopf-Schokoladenkonsum.

Der Nachweis eines kausalen Zusammenhangs fehlt zwar, dennoch wurde vermutet, dass wohl die im Kakao enthaltenen Flavonoide positiven Einfluss auf die Hirnleistung haben. In der Veröffentlichung einer britischen Forschergruppe war nun kürzlich zu lesen, Schokolade würde häufig mit Milch konsumiert bzw. enthielte Milch und so läge die Ursache für die schlauen Köpfe vielleicht gar nicht im Schokoladen-, sondern im Milchkonsum. Auch hier konnte ein Zusammenhang festgestellt und erklärt werden: Milch enthalte Vitamin D und das könnte die Denkleistung positiv beeinflussen. Etwas stutzig macht allerdings die Tatsache, dass die flavonoidreiche, dunkle Schokolade keinerlei Milch enthält. Das war den Autoren der zweiten Untersuchung wohl nicht bekannt. Ob nun Schokolade oder Milch oder beides unabhängig voneinander die Chancen erhöht, einen Nobelpreis zu gewinnen oder beide Zusammenhänge rein zufällig sind, ist offen. Bis zur eindeutigen Klärung der Kausalität bleibt wohl nur, weiterhin auf den Nobelpreis zu hoffen.


Quelle: Linthwaite S, Fuller GN. Milk, chocolate and Nobel prizes; Pract Neurol 2013; 13:1 63 DOI: 10.1136/practneurol-2012-000471.



DAZ 2013, Nr. 5, S. 6

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