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DAPI hat Datenschutz bei Rezeptdatenauswertung verstärkt

BERLIN (lk) | Das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut (DAPI) hat den Datenschutz bei der Auswertung von Rezeptdaten im Juli 2013 als Folge der Diskussion über die Weiterverarbeitung dieser Informationen auf die „höchsten Anforderungen“ umgestellt. „Die an das DAPI gelieferten Datensätze entsprechen damit den strengsten Datenschutzanforderungen“, sagte DAPI-Vorstand Dr. Andreas Kiefer der DAZ. In der DAPI-Datenbank befinden sich inzwischen sieben Milliarden Rezeptdatensätze.

Das DAPI erhalte seit Juli 2013 von allen Rechenzentren ausschließlich Daten, „die auch den höchsten Anforderungen unter den für die Rechenzentren zuständigen Datenschutzbeauftragten hinsichtlich der Anonymisierung entsprechen“. Gemeint ist damit offenbar das vom NARZ entwickelte Format. „Deanonymisierungslücken aus der Zeit davor sind uns nicht bekannt“, so Kiefer.

Ihm sei allerdings „zu Ohren gekommen, dass es – mit der dafür notwendigen kriminellen Energie – möglich sein soll, anonymisierte Rezeptdaten zumindest teilweise zu deanonymisieren“, so Kiefer weiter. Detaillierte Informationen lägen dem DAPI dazu aber nicht vor. Kiefer betonte: „Sicher ist: Das DAPI beteiligte sich in der Vergangenheit an keinen datenschutzrechtlich relevanten Manipulationen, macht dies gegenwärtig nicht und wird es auch nicht in der Zukunft tun.“

Wie im Gespräch mit der AZ im Juli 2013 angekündigt, stelle das DAPI derzeit seinen Datenfluss um: Die Daten sollen in Zukunft von den Rechenzentren direkt an das DAPI geliefert werden und nicht mehr wie bislang von den Rechenzentren an die WuV, die die Daten dann qualitätsgesichert an das DAPI weitergibt. Im Zuge der Umstellung des Datenflusses sei der dafür eingesetzte Server vom NARZ an einen anderen Standort verlegt worden: „Der DAPI-Server steht seit September 2012 bei einem neutralen Dienstleister in Aachen.“

Wie das DAPI zuvor mitteilte, hat es einen neuen Vorstand gewählt. Im Amt bleiben der bisherige Vorsitzende, Dr. Andreas Kiefer (52), Präsident der Bundesapothekerkammer und der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, und Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbands Schleswig-Holstein. Neu in den DAPI-Vorstand gewählt wurden Dr. Christian Belgardt, Präsident der Apothekerkammer Berlin, Dr. Hans-Peter Hubmann, Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands, und Dr. Sebastian Schmitz, Hauptgeschäftsführer der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

Das DAPI befasst sich nach eigenen Angaben mit der pharmakoökonomischen und pharmakoepidemiologischen Prüfung und Bewertung von Arzneimitteln sowie allgemeinen Fragen der Arzneimittelversorgung, insbesondere deren Qualitätssicherung. Dazu werden Untersuchungen durchgeführt sowie Gutachten erstellt. Die Auswertungen beruhen auf Daten, die das DAPI von kooperierenden Apothekenrechenzentren erhält.

Dem DAPI stehe so eine einzigartige Datenbasis zur Verfügung, die aus vollständig anonymisierten Verordnungsdaten von Arzneimitteln bestehe, die in öffentlichen Apotheken in der Bundesrepublik Deutschland zulasten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) abgegeben wurden, hieß es in der Pressemitteilung zur Wahl des Vorstandes. Die Datenbank umfasse mittlerweile sieben Milliarden anonymisierte Verordnungen aus der GKV-Arzneimittelabrechnung und wachse jährlich um circa 600 Millionen Einträge. Das DAPI erhalte seine Daten in monatlichem Rhythmus als vollständig anonymisierte Kopie von Abrechnungsdaten von Rechenzentren aus allen Regionen der Bundesrepublik Deutschland. 

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