DAZ aktuell

Versorgung mit Grippeimpfstoffen klappt

In Bayern, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Hamburg steht ausreichend Impfstoff zur Verfügung

BERLIN (ks) | In einigen Tageszeitungen der Republik finden sich auch in diesem Herbst alarmierende Schlagzeilen: „Grippeimpfstoff wird knapp“, „Apotheker warnen vor Engpässen“ oder „Apotheker sauer: Chaos beim Nachschub“, war letzte Woche zu lesen. Auch wenn es zuweilen Lieferprobleme geben sollte – die Situation ist nicht mit der des letzten Jahres zu vergleichen. Jedenfalls in den großen Ausschreibungsregionen Nordrhein-Westfalen und Bayern melden Kassen, Ärzte und Apotheker, dass die Impfstoffe grundsätzlich lieferbar seien. Zuweilen mag es beim Großhandel haken, aber über die Hersteller funktioniert die Bestellung.

Die AOK Nordwest hatte in der letzten Saison in Schleswig-Holstein schlechte Erfahrungen gemacht. Der exklusive Rabattpartner Novartis konnte sein Begripal® lange nicht liefern. Dennoch setzte die Kasse auch für diesen Winter auf das Ausschreibungsmodell. Gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg suchte sie Partner für vier Regionen: Westfalen-Lippe, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Hamburg. Überall erhielt Sanofi Pasteur MSD den Zuschlag. Nach den Berichten der Tagespresse gibt es schon wieder Engpässe.

Die AOK Nordwest dementiert dies: „Es gibt weder in NRW noch in Schleswig-Holstein und Hamburg einen Engpass – im Gegenteil: Alle Vorbestellungen sind bedient.“ Mehr als 80 Prozent des Grippe-Impfstoffs seien bereits ausgeliefert, mehrere hunderttausend Menschen in den Regionen schon geimpft worden. „Die Kühlschränke in vielen Arztpraxen sind voll, ebenso die Lager bei Sanofi“, betont die Kasse. Wenn Apotheken doch einmal Lieferprobleme für den Sanofi-Impfstoff Vaxigrip® beklagten, sei allenfalls denkbar, dass die Lager einzelner Großhändler vorübergehend leer seien. „Die müssen dann aber bloß nachbestellen. Beim Hersteller Sanofi Pasteur sind auf jeden Fall noch tausende Impf-Dosen vorrätig.“ Außerdem könne direkt bei Sanofi bestellt werden. Auch der Apothekerverband Nordrhein bestätigt, dass die Vorbestellungen für Vaxigrip® problemlos verlaufen seien. Jedenfalls die 10er-Packungen des Impfstoffs seien lieferbar.

Aus Bayern sind seitens des Apothekerverbands und der Kassenärztlichen Vereinigung ebenfalls keine Klagen zu hören. Wie Hamburg und Schleswig-Holstein hatte der Freistaat in der vergangenen Saison mit der massiven Lieferverzögerung bei Novartis zu schaffen. In dieser Saison setzten die gesetzlichen Kassen auf zwei Partner – sie teilten Bayern auf zwei Gebietslose auf. Eines gewann Abbott, eines Sanofi. Abbott hatte schon frühzeitig angekündigt, dass sein Impfstoff etwas später komme – die Verzögerung hielt sich aber in Grenzen. „In Bayern zeigt sich die aktuelle Situation in beiden Gebietslosen als sehr gut“, heißt es beim Bayerischen Apothekerverband. Man stünde im ständigen Austausch mit Apothekern in allen Regionen Bayerns, die bislang eine reibungslose Versorgungslage bestätigten.

Nächste Ausschreibung läuft

Dennoch: Apotheker und Ärzte sehen die Rabattverträge im Impfstoffbereich nach wie vor sehr kritisch. Erst diese Woche forderte der DAV-Vorsitzende Fritz Becker erneut, diese Verträge abzuschaffen. Die Kassen lassen sich jedoch nicht beirren. So sucht die AOK Niedersachsen bereits Rabatt-Partner für die nächsten Jahre. Letzte Woche hat die Kasse eine Ausschreibung für die Impfsaisons 2014/2015 und 2015/2016 veröffentlicht. Sie geht dabei kleinteilig vor und hat das Bundesland in acht Gebietslose aufgeteilt. In Niedersachsen läuft die Versorgung mit Grippeimpfstoffen bislang ungestört. Wie schon ein Jahr zuvor ist hier GlaxoSmithKline Rabattpartner. Das Unternehmen betonte, dass sein Impfstoff bereits seit Anfang September zur Verfügung stehe. Obwohl sich GSK weiterhin an den Ausschreibungen beteiligt: Für richtig hält das Unternehmen sie nicht – jedenfalls nicht in der gegenwärtigen Form, in der Impfziele keine Rolle spielen.  

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