Arzneimittel und Therapie

Pannenhilfe

Flyer zur Aufklärung über Verhütungspannen mit Pille und Kondom

ks/du | Was tun bei einer Verhütungspanne? Und wie lässt sich eine solche vermeiden? Zwei neue Flyer, die die ABDA, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der pro familia Bundesverband gemeinsam entwickelt haben, geben Antworten auf diese Fragen.
Die Flyer „sicher sein - Pille + Pannen“ und „sicher sein - Kondome + Pannen“ werden von der BZgA in Deutsch, Französisch, Türkisch und Russisch angeboten. Apotheken können sie in der gewünschten Stückzahl bei der BZgA bis 8. November kostenlos bestellen. Die Belieferung erfolgt bis Ende November.

In den Flyern finden sich Hinweise, was im Fall einer Verhütungspanne zu tun ist bzw. wo hilfreiche Informationen anonym und schnell zu erhalten sind. Wird eine Verhütungspanne erst nach dem Sex bemerkt, wird auf die „Pille danach“ und für deren Bezug an Ärzte, Notfallambulanzen und einige Stellen von pro familia verwiesen.

Bei „sicher sein – Pille + Pannen“ finden sich unter anderem Hinweise auf Medikamente, die die Wirkung der Pille beeinträchtigen können. Mit dem Warnhinweis: „Vorsicht, wenn Sie zeitnah Medikamente einnehmen!“ wird auf Arzneistoffe in folgenden Mitteln verwiesen: Antibiotika, Rheumamittel, Abführmittel, Mittel gegen Tuberkulose, Mittel gegen HIV-Infektion/Aids, Antiepileptika – und auf Johanniskraut.

Johanniskraut - (k)ein Problem?

Immer wieder wird diskutiert, ob ein Wirkverlust der Pille durch eine Interaktion mit Johanniskraut tatsächlich von Relevanz ist. In den Packungsbeilagen findet sich nach wie vor ein entsprechender Hinweis. Prof. Dr. Theo Dingermann, Frankfurt, hält aus rechtlicher Sicht einen solchen Hinweis in der Packungsbeilage für erforderlich, da Inhaltsstoffe des Johanniskrauts tatsächlich die Aktivität von Arzneimitteltransportern und von Cytochrom-P450-Isoenzymen zu modulieren vermögen. Allerdings sei die klinische Relevanz dieser Befunde noch weitgehend unklar bzw. nicht vorhanden.

Der Hinweis in dem Flyer „sicher sein - Pille + Pannen“ ist seines Erachtens überflüssig, verunsichert eher und provoziert weiteren Beratungsbedarf. Man könne allerdings nicht nachdrücklich genug darauf hinweisen, so Dingermann, dass Johanniskraut-Präparate sehr relevante Interaktionen vor allem mit dem Zytostatikum Irinotecan, mit HIV-Medikamenten, mit oralen Antikoagulanzien und mit Ciclosporin A verursachen, woran in jedem Beratungsgespräch im Zusammenhang mit Johanniskraut-Präparaten geachtet werden sollte. 

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