Prisma

Nicht der Tumor raubt die Energie

(jb). Früher war man der Meinung, der Gewichtsverlust bei Krebspatienten gehe darauf zurück, dass der Tumor den Stoffwechsel so modifiziert, dass sämtliche Energie in sein Wachstum fließt. Das ist, so zeigen neuere Untersuchungen, wohl nicht der Fall.

Kachexie wird für ca. 30% der Krebstodesfälle verantwortlich gemacht. Heidelberger Forscher haben nun herausgefunden, dass die Hochregulation eines bestimmten Gens in der Leber für die extreme Auszehrung verantwortlich ist. Ist das Gen hochreguliert, sezerniert die Leber kaum noch VLDL. VLDL transportiert Triglyceride zur Energiebereitstellung und -speicherung als Fettgewebe in die Peripherie. Wenig VLDL führt also zu erniedrigtem Triglyceridspiegel und schlussendlich zu einem Energiedefizit im Körper. Der reagiert mit Abbau von Körpermasse. Bisher konnte dieser Zusammenhang nur am Mausmodell und in Zellkultur gezeigt werden. Da das betroffene Gen als hochkonserviert gilt, ist es wahrscheinlich, dass diese Mechanismen auch bei menschlichen Tumorpatienten für die Entstehung der Kachexie mitverantwortlich sind.


Quelle: Jones A, et al. EMBO Mol Med. 2013 Jan 11. doi: 10. 1002/emmm.201201869. [Epub ahead of print].



DAZ 2013, Nr. 4, S. 6

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