Prisma

Mers-Infektion bleibt rätselhaft

Große genetische Diversität

cae | 49 Todesopfer hat die durch ein Coronavirus ausgelöste Krankheit Mers seit Juni 2012 gefordert. Die potenziellen Infektionsquellen sind groß und die Infektionswege immer noch nicht genau bekannt.

Mers (Middle East respiratory syndrome) ist vor allem in Saudi-Arabien aufgetreten, wo 41 von 82 behandelten Patienten starben. Die Untersuchung des Genoms von Mers-Coronaviren, die in den Patienten isoliert worden waren, ergab mit drei Genotypen eine hohe Diversität. Dies spricht dafür, dass das Virus mehrmals von Tieren, in denen es natürlicherweise vorkommt, auf den Menschen übergesprungen ist. Zu den Wirtstieren zählen Säugetiere und Vögel. Zurzeit werden sowohl verschiedene Nagetiere und Fledermäuse als auch Haustiere wie Kamele, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen als mögliche Infektionsquellen untersucht.

Auch die Übertragung des Virus durch tierische Produkte sowie von Mensch zu Mensch erscheint möglich. Letzteres dürfte jedoch nur sehr selten vorkommen, denn im vergangenen Pilgermonat Dhu-l-Hiddscha (Oktober 2012) und im Fastenmonat Ramadan (Juli 2013) gab es trotz der großen Menschenmengen in den Wallfahrtsstätten Saudi-Arabiens keine erhöhten Mers-Fallzahlen. 

Quelle: Cotton M, et al. Transmission and evolution of the Middle East respiratory syndrome coronavirus in Saudi Arabia: a descriptive genomic study. Lancet; Epub 20.09.2013.

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