Praxis aktuell

Stabilität von Corticoidsalben

Betamethasonvalerat 0,1% in Kühlsalbe DAB

Die Stabilität von Rezepturen hängt u.a. von ihrer stofflichen Zusammensetzung, dem pH-Wert und Wassergehalt sowie von Temperatur und Luftfeuchtigkeit der Umgebung ab. Für standardisierte Rezepturen sind aufgrund verschiedener Untersuchungen die Verwendbarkeitsfristen festgelegt, z.B. in den NRF-Monografien. Die Stabilität frei rezeptierter, nicht-standardisierter Zubereitungen kann anhand vergleichbarer Rezepturen abgeschätzt werden. Das ZL führt auch eigene Untersuchungen durch, um deren Stabilität zu prüfen.

Im Rahmen des 1. Rezepturringversuchs 2013 prüfte das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (ZL) Rezepturen von Betamethasonvalerat 0,1% in Kühlsalbe DAB (Unguentum leniens) hinsichtlich ihres Wirkstoffgehaltes über einen Zeitraum von vier Wochen. Die Rezepturen unterschieden sich durch die eingestellten pH-Werte (Tab. 1). Bei Betamethasonvalerat gelten gemäß DAC/NRF pH-Werte von 2 bis 5 als „rezeptierbar“.

Alle in Tabelle 1 genannten Varianten wurden sowohl im Klimaschrank unter Stressbedingungen bei 40 °C und 75% relative Feuchte (rF) als auch im Kühlschrank bei ca. 2–8 °C gelagert. Für diese Proben wurde eine tägliche Anwendung simuliert, indem täglich ca. 0,5 g Salbe entnommen wurde; an den Tagen 0, 7, 14, 21 und 28 wurde zusätzlich eine Probe zur Gehaltsbestimmung genommen.

Des Weiteren wurden Proben der Rezeptur ohne pH-Korrigens im Klimaschrank bei 25 °C und 60% rF sowie im Kühlschrank bei ca. 2–8 °C gelagert. Deren Wirkstoffgehalt wurde am Tag 0 und ohne vorherige Öffnung am Tag 28 bestimmt.

Abnahme des Wirkstoffgehalts während der Lagerung

Während des Lagerungszeitraums von 28 Tagen verringerte sich der Gehalt an Betamethasonvalerat in allen Rezepturen unabhängig davon, ob eine pH-Wert-Einstellung erfolgt war oder nicht. Das Ausmaß war jedoch unterschiedlich:

  • Zubereitungen ohne pH-Korrigens hatten – unabhängig von der Art der Lagerung – nach 28 Tagen einen Gehalt von durchschnittlich 95%. Zudem zeigten die Rezepturen, die bei 25 °C gelagert worden waren, eine ähnliche Konsistenz wie die unverarbeitete Kühlsalbe DAB.
  • In den Rezepturen mit einem pH-Wert von 2,0 oder 4,2 lag der Gehalt durchschnittlich bei 93%, was mit den Zubereitungen ohne pH-Korrigens vergleichbar ist. Diese Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine Verringerung des pH-Wertes keine Vorteile bzgl. der Stabilität des Betamethasonvalerats bringt.
  • Die stärkste Konzentrationsverringerung von Betamethasonvalerat trat erwartungsgemäß in der Zubereitung mit Trometamol (pH 8,8) ein, die bei 40 °C und 75% rF gelagert wurde. Der Gehalt nahm hier um mehr als 80% ab. Nur gering war hingegen der Verlust bei Lagerung im Kühlschrank, da hier nach vier Wochen noch ein Gehalt von knapp 91% nachweisbar war.

Empfehlungen

Abschließend kann zusammengefasst werden, dass die Rezeptur von Betamethasonvalerat 0,1% in Kühlsalbe DAB ohne pH-Wert-Einstellung möglich und sinnvoll ist. Bei einer Verwendbarkeitsfrist von vier Wochen kann die Lagerung bei Raumtemperatur empfohlen werden, was für Tuben, Spenderdosen und Kruken gleichermaßen gilt. Eine längere Verwendbarkeitsfrist wird hingegen nicht empfohlen, weil entsprechende Untersuchungsergebnisse, die die Wirkstoffstabilität belegen, nicht vorliegen.

Für Rezepturen mit Kühlsalbe DAB ist die Einarbeitung von Antioxidanzien vorgesehen, nicht jedoch von Konservierungsmitteln, weshalb gemäß dem Rezepturhinweis „lipophile Cremes“ des NRF die Verwendbarkeit aus mikrobiologischer Sicht auf vier Wochen begrenzt bleiben sollte. Eine längere Verwendbarkeitsfrist erscheint auch nicht erstrebenswert, weil Betamethasonvalerat als sehr stark wirksames Glucocorticoid nicht länger als vier Wochen angewendet werden sollte. 

Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker

www.zentrallabor.com

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