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Apotheker klären auf

In Rheinland Pfalz erhalten Kunden Flyer zu Arzneimittelfälschungen

BERLIN (jz). „Die Verlockung, während Auslandsreisen oder im Internet bei nicht-zertifizierten Online-Anbietern vermeintlich billige Arzneimittel zu kaufen, ist groß – ebenso wie das Gesundheitsrisiko“, warnt aktuell ein in rheinland-pfälzischen Apotheken und Arztpraxen ausliegender Flyer vor den Risiken gefälschter Arzneimittel. Er wurde vom Gesundheitsministerium, der Landesapothekerkammer (LAK) und Landesärztekammer (LÄK) sowie der Arbeitsgemeinschaft Gesundheitspolitischer Impuls Rheinland-Pfalz entwickelt.
Unkalkulierbares Risiko Was durch die Einnahme von Arzneimitteln aus unsicheren Quellen alles passieren kann, zeigt der in Rheinland-Pfalz entwickelte Flyer auf witzige und zugleich einprägsame Art.

Der Flyer rät, Medikamente nur in Präsenzapotheken oder bei behördlich zugelassenen Internetapotheken, also solchen mit Sicherheitslogo, zu beziehen. Darüber hinaus enthält der Flyer Informationen zum richtigen Umgang mit einem vermutlich gefälschten Arzneimittel: „Zögern Sie nicht und bringen Sie es Ihrem Arzt oder Apotheker“ – er informiere dann die zuständigen Behörden. Abgebildet sind außerdem eine Frau mit behaartem Dekolleté und ein Mann, dessen Auge, Nase und Ohr auf eine überdurchschnittliche Größe angewachsen sind. „Da bekommen Sie mehr, als Sie möchten.“

„Als Apotheker nehmen wir unseren Versorgungsauftrag mit Arzneimitteln besonders ernst und möchten einen sicheren Umgang mit Medikamenten erreichen“, erklärt Dr. Andreas Kiefer, Präsident der LAK und der Bundesapothekerkammer, anlässlich der Veröffentlichung des Flyers. In der Apotheke vorrätig gehaltene Arzneimittel würden daher regelmäßig gesichtet und gegebenenfalls an die zuständigen Stellen zur chemischen Untersuchung weitergeleitet. Die Gesundheit der Patienten sei sehr wichtig, bestätigte auch LÄK-Präsident Dr. Frieder Hessenauer. „Daher möchten wir aufklären, damit die lebensgefährlichen Verlockungen von Arzneimittelfälschern kein Interesse finden.“

Gefälscht wird fast alles

Gefälscht wird dem Flyer zufolge fast alles: Lifestyle-Arzneimittel, Potenz- und Schlankheitsmittel ebenso wie blutdruck- und cholesterinsenkende Arzneimittel, Malaria-, Tuberkulose-, HIV-Medikamente und Zytostatika. Und die Bandbreite der Fälschungen reiche von Plagiaten über schwerwiegende Qualitätsmängel bei den verarbeiteten Stoffen bis hin zu falschen Inhaltsangaben der Arzneimittel. Europäische Zollbehörden beschlagnahmten im Jahr 2011 rund 27 Millionen gefälschte Arzneimittelpackungen – und viele blieben unentdeckt.

Hier zum Downloaden

Der Informationsflyer zu Arzneimittelfälschungen kann von der Website des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums herunterladen werden (http://msagd.rlp.de, Bereich Service/Publikationen). 

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