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DGOP wendet sich gegen Ausschreibungen

DRESDEN (tmb). Die Deutsche Gesellschaft für Onkologische Pharmazie (DGOP) hat bereits im vorigen Jahr deutlich auf Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln hingewiesen und engagiert sich weiter auf diesem Gebiet. Zum onkologisch-pharmazeutischen Fachkongress NZW-Dresden am 14. und 15. Juni legte die DGOP die "Dresdener Erklärung" vor, in der sie ein Ende der Ausschreibungen für unersetzbare Arzneimittel fordert. Bei der Veranstaltung, die als größtes Treffen zur Arbeitssicherheit im Umgang mit Zytostatika in Deutschland gilt, informierten sich mehr als 500 Teilnehmer über den neuesten Stand zur Zubereitung von Zytostatika.

In der "Dresdener Erklärung" beklagt die DGOP Versorgungsengpässe bei Arzneimitteln für Krebspatienten und zeigt Zusammenhänge zu Ausschreibungen auf. Das Zusammentreffen von Versorgungsengpässen und niedrigen Preisen sei kein Zufall, heißt es in der Erklärung. Die Versorgungsprobleme beträfen nicht nur Krankenhäuser, sondern auch ambulante Krebspatienten. Onkologische Generika fänden in einem globalisierten Markt nicht den Weg in Niedrigpreisländer, zu denen Deutschland im Bereich der generischen onkologischen Präparate mittlerweile gehöre. Dazu verweist die Erklärung insbesondere auf die Preisbildung für Zytostatikazubereitungen. Die DGOP vermisst weiterhin eine sektorübergreifende Spitzenverbandslösung und beklagt die Möglichkeit zur Ausschreibung von Zytostatikazubereitungen. Die Gefahren für die Versorgung Schwerstkranker würden die ohnehin kaum noch vorhandenen Einsparpotenziale weit überwiegen. Ausschreibungen und die daraus folgende Oligopolisierung würden den Preisdruck noch weiter erhöhen. Dann drohe eine gefährliche Verknappung von Arzneimitteln.

Qualität statt Rabatt

Daher fordert die DGOP in der "Dresdener Erklärung" Maßnahmen zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung – und dafür hat die DGOP einen konkreten Vorschlag: Es solle eine Liste mit unersetzbaren Arzneimitteln erstellt werden, für die eine einheitliche und verbindliche Preissystematik ohne Ausschreibungen gelten solle. Der unethische Preiskampf um Ausschreibungen solle durch einen Wettbewerb um Betreuungskonzepte mit sicherer und qualitativ hochwertiger Herstellung durch patientennahe Apotheken ersetzt werden. Damit zielt dieser Vorschlag auf ein Ende der Ausschreibungen für Zytostatikazubereitungen, wie sie in einigen Bundesländern praktiziert werden. Abschließend heißt es in der "Dresdener Erklärung": "Es muss Schluss sein mit der Rabattmentalität im Gesundheitswesen, denn ,einer‘ zahlt immer drauf – der Patient!" Die DGOP fordert Apotheker, Ärzte und Pflegekräfte auf, die "Dresdener Erklärung" mit ihrer Unterschrift zu bekräftigen (siehe Kasten).


Unterschriftensammlung zur "Dresdener Erklärung"


Den vollständigen Text der "Dresdener Erklärung" und ein Formular für Unterschriftenlisten finden Sie unter www.dgop.org

Ausgefüllte Unterschriftenlisten zur "Dresdener Erklärung" können bis zum 31. Juli an die Geschäftsstelle der DGOP (Fax 040 / 79 14 36 01) gefaxt werden.


NZW-Dresden zur Arbeitssicherheit

Für die Fortbildung bot der NZW-Dresden, der inzwischen zum fünften Mal stattfand, über 50 Stunden Programm, verteilt auf 11 Vorträge, 20 Workshops, 2 Expertenforen und weitere Begleitveranstaltungen. Schwerpunktthemen der Tagung waren die Umgebungsbelastung in Apotheken und ambulanten onkologischen Einrichtungen sowie ein Rückblick auf "ein Jahr neue ApBetrO", insbesondere zum QMS und zur aseptischen Herstellung in Apotheken. Die größte Nachfrage unter den Workshops hatten die Veranstaltungen zur effektiven Reinigung belasteter Oberflächen und Materialien, zur Schutzkleidung und zum Verhalten im Reinraum sowie zur Umsetzung der ApBetrO in öffentlichen Apotheken.

Neben dem fachlich breiter aufgestellten traditionsreichen NZW in Hamburg-Harburg und dem NZW-Süd hat sich der NZW-Dresden mittlerweile als spezialisierte Veranstaltung zur Arbeitssicherheit etabliert. Unmittelbar vor dem NZW-Dresden hatte die 9. Polnisch-Deutsche Konferenz für Onkologische Pharmazie stattgefunden.

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