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Operation Pangea erfolgreich

Weltweiter Schlag gegen illegale Versender

BERLIN (ks). Rund 100 Länder beteiligten sich an der jüngsten Interpol-Aktion gegen illegal im Internet angebotene Arzneimittel. Während einer Aktionswoche vom 18. bis zum 25. Juni 2013 hatten Zoll und Polizei ein besonders waches Auge auf alles, was der illegale Online-Arzneimittelhandel benötigt: Internet-Dienstleister, elektronische Bezahlsysteme und Post- und Kurierdienste. Laut Interpol wurden mehr als 9000 Webseiten, die zu illegalen "Online-Apotheken" führten, ausgemacht und eingestellt. Weltweit kam es zu 58 Verhaftungen, 9,8 Millionen potenziell gefährliche Arzneimittel im Wert von rund 41 Millionen US-Dollar wurden sichergestellt.

Um gegen den Handel mit illegalen Arzneimitteln im Internet vorzugehen, haben sich bereits zum sechsten Mal über 100 Staaten für die gemeinsame Operation Pangea zusammengetan. Koordiniert wird diese von Interpol. Ebenfalls mit dabei: die Weltzollorganisation, Europol, die Pharmaindustrie, internationale Zahlungs- und Zustelldienstleistungsunternehmen und weitere internationale Organisationen.

In Deutschland wurde die Teilnahme durch das Zollkriminalamt und das Bundeskriminalamt (BKA) koordiniert. Zollbeamte befassten sich in der Aktionswoche intensiv mit zweifelhaften Briefen, Päckchen und Paketen. Wie das BKA mitteilte, entdeckten sie allein in Frankfurt und Niederaula insgesamt 384 Brief- und Paketsendungen fragwürdigen Inhalts. Das sind rund 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Sicherstellungen reichten von Vitamintabletten, Schlankheitsmitteln und Rheumapflastern über Potenzmittel und Schmerztabletten bis hin zu Herz- und Krebsmedikamenten. Bundesweit zogen die Beamten bei ihren Kontrollen 27.930 Tabletten, Kapseln und Ampullen aus dem Verkehr, darunter 3172 Hormone und Dopingpräparate.

Anlässlich der jüngsten Pangea-Operation betonte BKA-Präsident Jörg Ziercke, dass der illegale Verkauf von Arzneimitteln über das Internet für die Täter eine lukrative Einnahmequelle sei. Für die Verbraucher seien gefälschte Arzneimittel jedoch ein lebensbedrohliches Risiko. "Ich empfehle, die zur Verfügung gestellten Informationen zu nutzen und nur bei zugelassenen Online-Apotheken zu bestellen."

Das BKA hat einen Flyer veröffentlicht, der über die Risiken beim Online-Arzneimittelkauf informiert. Er ist auf der BKA-Webseite (www.bka.de) abrufbar und wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels e.V. auch über Online-Versandhändler verbreitet. Das BKA verweist überdies auf weitere informative Internetseiten – so auch auf die der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und des Bundesverbands Deutscher Versandapotheken (BVDVA).

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