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Klarer Kurs für das NARZ

Mitgliederversammlung des Norddeutschen Apothekenrechenzentrums

HAMBURG (tmb). Der Kurs von Dr. Jörn Graue als Vorstandsvorsitzender des Norddeutschen Apothekenrechenzentrums (NARZ) wurde bei der Mitgliederversammlung am 29. Juni in Hamburg eindrucksvoll bestätigt. Im Rahmen der turnusmäßigen Wahl wurde er einstimmig für eine neue Amtszeit von drei Jahren wiedergewählt. Das beherrschende Thema der Versammlung war die Position des NARZ zum Datenschutz. Seit Januar liefert das Rechenzentrum nur noch anonymisierte Daten an datenauswertende Unternehmen.
Turnusmäßig gewählte NARZ-Vorstandsmitglieder (v.l.): Birger Peters (Beisitzer), Dr. Jörn Graue (Vorstandsvorsitzender), Andreas Haese (neuer Beisitzer)
Foto: DAZ/tmb

Graue betonte, die Diskussion über den Datenschutz bei den Rechenzentren reiche bis 2010 zurück und sei durch eine anonyme Anzeige ausgelöst worden. Interpretationen der Gesetzestexte hätten suggeriert, pseudonymisierte Verschlüsselungstechniken seien noch legal. Da dies über Jahre nicht beanstandet wurde, sei man möglicherweise in dem Glauben gewesen, nichts Unrechtmäßiges zu tun. Doch das Gesetz schreibe vor, dass nur anonyme Daten weitergegeben werden dürften. So sehe es auch die überwältigende Mehrheit der Landesdatenschützer, wenn auch mit abweichenden Sichtweisen in Bayern und Hessen. Für die NARZ-Gruppe sei allein die Position der Bremer Landesdatenschutzbeauftragten ausschlaggebend. In vielen Gesprächen mit ihr sei ein Format entwickelt worden, das allen datenschutzrechtlichen Anforderungen gerecht werde. Dies habe die Datenschützerin schriftlich bestätigt. Aufgrund einer neuen Analyse sei es außerdem nötig, den Datenfluss innerhalb der NARZ-Gruppe zu reorganisieren.

Graue machte das hohe Niveau der Forderungen der Datenschützer deutlich. Bereits der Verdacht, dass eine Deanonymisierung möglich sei, rechtfertige Einschränkungen der Datenlieferung. In der anschließenden Diskussion wurde betont, dass der Apotheker allein für den Umgang mit den ihm anvertrauten Daten verantwortlich ist und sich daher auf die Einhaltung der Vorschriften bei der weiteren Verarbeitung der Daten verlassen können muss.

Weiterhin gute Zahlen

Geschäftsführer Hanno Helmker berichtete für das Geschäftsjahr 2012 über weiterhin sehr hohe, aber leicht rückläufige Eigenkapitalquoten. Die Eigenkapitalquote sank bei der GfI von 95 Prozent im Vorjahr auf 87 Prozent und beim NARZ von 93 auf 92 Prozent. In der AVN blieb sie bei 88 Prozent. Für einen Prozess gegen ein datenlieferndes Unternehmen seien Rückstellungen gebildet worden. Helmker zeigte sich zuversichtlich, möglicherweise zurückgehende Einnahmen aus Datenlieferungen durch Rationalisierungen und Optimierungen der Zahlungsströme auszugleichen. Daher solle es keine Auswirkungen auf die Apotheken geben. Helmker beschrieb die Lieferung anonymer Daten als einen Weg, den andere Rechenzentren noch vor sich hätten, und spielte so darauf an, dass wohl auch dort neue Formate für die Datenlieferungen entwickelt werden müssten. Sowohl Helmker als auch Verwaltungsrat Gerd Welge dankten Graue in ihren Berichten für die unternehmerische Weitsicht, denn er habe die datenschutzrechtlichen Probleme frühzeitig erkannt.

Die Vorgehensweise der NARZ-Führung wurde bei der Mitgliederversammlung von den etwa 50 anwesenden Mitgliedern klar bestätigt. Bei der turnusmäßigen Wahl wurde Graue einstimmig als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt. Als Beisitzer wurden Birger Peters, Greifswald, wieder und Andreas Haese, Magdeburg, neu in den Vorstand gewählt, jeweils ohne Gegenstimme. Gert Fiedler kandidierte nicht mehr.

Klage um Herstellerrabatte

Ein weiterer wichtiger Aspekt bei der Mitgliederversammlung war der Umgang mit den Herstellerrabatten. Graue berichtete, dass einige Hersteller sich aus unterschiedlichen Gründen weigern, den an die Krankenkassen abgeführten Herstellerrabatt zu leisten. Da das NARZ nicht Inhaber der Forderungen sei, mussten diese an die Apotheken abgegeben werden, die den Rabatt einklagen müssten. Graue erklärte, er habe sich entschlossen, mithilfe der Apothekerverbände Klage gegen die säumigen Hersteller einzureichen, und bot den Apothekern an, über ihre Verbände dieser Klage beizutreten.

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