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Rauchen soll noch unattraktiver werden

EU-Gesundheitsminister setzen auf Abschreckung

LUXEMBURG/BERLIN (dpa/jz). Die EU-Staaten haben sich am 21. Juni auf neue Regeln zur Eindämmung des Rauchens geeinigt. Die neue Tabakrichtlinie sieht unter anderem vor, dass 65 Prozent der Zigarettenpackungen in Zukunft mit Warnhinweisen und Schockbildern versehen werden müssen. Außerdem soll der Zusatz von geschmacksverändernden Aromen, die den charakteristischen Tabakgeschmack verfälschen – wie etwa Menthol – nach und nach verboten werden. Die neuen Vorgaben sollen vor allem junge Menschen davon abhalten, mit dem Rauchen anzufangen.

Dünne Slim-Zigaretten, die vor allem bei Jüngeren und Frauen beliebt sind, bleiben erlaubt. Auch E-Zigaretten wollen die Minister nicht grundsätzlich verbieten, den Verkauf aber einschränken. Obwohl die Tabakindustrie heftig über die Folgen geklagt hat, sollen sie ab einem bestimmten Nicotingehalt zukünftig eine Zulassung als Arzneimittel benötigen. Sie wären dann nur noch in Apotheken erhältlich. "Sie mögen weniger giftig sein", sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg. "Weniger giftig heißt für mich nicht sicherer."

Der grenzüberschreitende Internethandel mit Tabakprodukten soll in Europa grundsätzlich erlaubt bleiben. Die einzelnen EU-Staaten können ihn aber untersagen. Der in Schweden erlaubte und dort beliebte Lutschtabak Snus bleibt im Rest Europas weiter verboten. Die Mehrheit der EU-Staaten steht hinter dieser Einigung. Dagegen stimmten nur Polen, Tschechien, Bulgarien und Rumänien. Nun muss das Europaparlament der EU-Richtlinie noch zustimmen. Nach Zahlen der EU-Kommission sterben jedes Jahr in Europa 700.000 Menschen an den Folgen des Rauchens.

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