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Partner im gesundheitlichen Bevölkerungsschutz

Die Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat vom 12. bis 14. Juni in Bad Neuenahr das 3. Forum zur "Interdisziplinären Zusammenarbeit im Gesundheitlichen Bevölkerungsschutz" durchgeführt.

Interessierte Kollegen tauschten sich über den Status quo und die weitere Entwicklung der Notfall- und Katastrophenpharmazie aus. So wurde das Hochwasser an Donau, Elbe und Mulde und seine Auswirkungen auf die pharmazeutische Versorgung diskutiert. Dabei wurde berichtet, dass amerikanische Apotheken deutlich professioneller auf Naturkatastrophen reagieren und bereits vorher Maßnahmen zur Sicherstellung des Apothekenbetriebs – auch ohne elektrischen Strom – treffen.

Zentrales Thema war die pharmazeutische Logistik in außergewöhnlichen Schadenslagen. Nach derzeitiger Gesetzeslage bestehen im Katastrophenfall leider keine gesonderten Regelungen in der Notfallversorgung mit Arzneimitteln durch Apotheker. Dabei wären im Katastrophenfall praktikable Regelungen zur Abgabe lebenswichtiger Arzneimittel an Patienten oder zur Versorgung der Einsatzkräfte ohne ärztliche Verordnung erforderlich. Nur mit klaren gesetzlichen Vorgaben lässt sich der Versorgungsauftrag nach § 1 Abs. 1 des Apothekengesetzes auch in außergewöhnlichen Schadenslagen patientengerecht und zugleich rechtskonform umsetzen. Wichtig ist also eine Verankerung von Vorsorge- und Sicherstellungsmaßnahmen in der Apothekenbetriebsordnung.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass sich die Apotheker künftig noch stärker als Partner in den gesundheitlichen Bevölkerungsschutz einbringen müssen. Um das hierzu nötige Fachwissen zu erwerben, können sie an den kostenfreien Seminaren der AKNZ teilnehmen. Aber auch die Apothekerkammern sollten Veranstaltungen zur Notfall- und Katastrophenpharmazie anbieten.

Das nächste Seminar der AKNZ zum pharmazeutischen Notfallmanagement findet vom 2. bis 4. September 2013 in Bad Neuenahr statt; es wird insbesondere die Notfallversorgung bei Hochwasser behandeln.

Interessierte Kollegen teilen bitte ihre Kontaktdaten unter info@katpharm.de mit; sie erhalten dann weitere Informationen.


Sven Seißelberg

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