Aus den Ländern

Mutter und Baby gesund

Ende April fand der diesjährige Kongress des britischen Pharmazeutinnenverbandes NAWP in Brighouse bei Leeds statt. Er stand unter dem Motto "Gesundheit für Mutter und Baby".

Eine Referentin aus Belfast stellte eine DVD zur Laieninformation über die grundlegenden Aspekte, die Diabetikerinnen in der Schwangerschaft beachten sollen, vor: "Women With Diabetes: Things You Need To Know". Diese DVD ist auch im Internet zu finden unter www.qub.ac.uk/elearning/public. Weiterhin gibt es ein E-Learning-Programm für Diabetes-Teams. Relativ hoch ist die empfohlene Dosis von Folsäure für Schwangere (5 mg/d). Außerdem wird ihnen die Einnahme von 10 µg Vitamin D (400 I.E.) täglich empfohlen. Eine Iodprophylaxe ist im Vereinigten Königreich (UK) hingegen nicht vorgesehen.

Eine Referentin vom Breast Feeding Network berichtete über die Anwendung von Medikamenten bei stillenden Müttern. Laut ihrer Erfahrung haben Mütter mit schwerwiegenden Erkrankungen vom Stillen profitiert. Ausdrücklich plädiert sie dafür, während einer Infektion weiter zu stillen, weil die Antikörper der Mutter dem Säugling nützen können. Die Website www.breastfeeding-and-medication.co.uk befindet sich noch im Aufbau, enthält aber schon interessante Links.

Antonie Marqwardt vom Deutschen Pharmazeutinnen Verband berichtete über die gesetzlichen Regelungen und medizinischen Vorsorgeprogramme für Schwangere und Babys. Erstaunt waren die Briten über die große Anzahl der Facharztpraxen in Deutschland. In UK gehen die Patienten zuerst zu einem Allgemeinmediziner, der sie, wenn es notwendig ist, zu einer Fachambulanz überweist. Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen führen spezialisierte Krankenschwestern in den Fachambulanzen die Routinekontrollen durch. Es gibt hierzu spezielle Leitlinien.

Pharmazeutische Organisationen in UK

John Murphy stellte die Aktivitäten der Pharmacists‘ defence association (PDA) vor. Sie bietet angestellten Apothekern eine Haftpflichtversicherung und eine arbeitsrechtliche Vertretung. Seit der Entwicklung der großen Apothekenketten vor etwa zehn Jahren wurde eine Berufshaftpflicht für angestellte Apotheker wichtig, weil die großen Konzerne versuchen, sich an ihren Angestellten schadlos zu halten.

Das General Pharmaceutical Counsil (GPhC) ist seit 2011 zuständig für die Registrierung (und damit Arbeitserlaubnis) von Apothekern und PTA sowie zur Lizenzierung und Überwachung der Apotheken. Die Apotheker müssen ihre Registrierung in regelmäßigen Abständen erneuern lassen und zu diesem Zweck ihre ständige Fortbildung nachweisen und eine Prüfung ablegen. Derzeit strebt das GPhC an, den OTC-Markt zu liberalisieren und einige der bisher apothekenpflichtigen Arzneimittel für Supermärkte usw. freizugeben. Dagegen wehren sich die Apotheker und verweisen auf die negativen Erfahrungen mit Paracetamol.

Die Royal Pharmaceutical Society (RPS), der früher die Verantwortung für die Registrierung übertragen war, ist nun nur noch für die Interessensvertretung des Berufsstandes und seiner Mitglieder zuständig. Die Mitgliedschaft ist seit 2011 freiwillig. Die RPS unterstützt ihre Mitglieder bei der Fort- und Weiterbildung, bei beruflichen Bewerbungen und bei der Erneuerung der Registrierung.

Der Kongress endete mit einer Besichtigung des Wohnhauses der Schwestern Charlotte, Emily und Anne Brontë ("Three Sisters of the Moors"), die in ihren Romanen das damalige gesellschaftliche Leben schilderten. In Deutschland ist der Roman "Sturmhöhe" bekannt.

Auf dem NAWP-Kongress wurden zwei Pharmaziestudentinnen für ihre Arbeiten über die Wirkung von Capsaicin auf Fettzellen bei Adipositas sowie über Erfahrungen mit der Wiederverwendung von Arzneimitteln im Krankenhaus prämiert.


Antonie Marqwardt, DPV

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