Prisma

Jünger dicker

(jb). Seiner Zeit voraus zu sein, ist prinzipiell mal nichts Negatives. Wohl aber doch, wenn es das Körpergewicht betrifft. So sind Menschen, die heute vierzig sind, im Durchschnitt genauso fettleibig, wie es früher 55-Jährige waren. Wissenschaftler sprechen von einem "Generation shift".

Der Körperfettanteil nimmt mit dem Alter meist zu und ebenso die Prävalenz von Krankheiten wie Bluthochdruck und Diabetes. Das ist bekannt. Nun hat aber eine Studie Bedenkliches zutage gebracht: Diese Gewichtszunahme und daraus resultierende Krankheiten treten heute im Durchschnitt signifikant früher auf als bei den Generationen davor. Dementsprechend länger sind die Menschen dann der metabolischen Veränderung ausgesetzt. Bei Männern war die beobachtete Gewichtszunahme im Vergleich zur Generation davor sogar noch ausgeprägter als bei Frauen. Für die Studie wurden mehrere tausend Einwohner der niederländischen Stadt Doetinchem im Alter von 20 bis 59 Jahren rekrutiert und je nach Altersdekade in "Generationen" (20 bis 30, 30 bis 40, etc.) eingeteilt. Untersuchungen erfolgten beim Start, nach sechs, nach elf und nach 16 Jahren. Neben Fettleibigkeit wurden Parameter wie Diabetes untersucht, die häufig mit Übergewicht, aber auch mit höherem Lebensalter assoziiert sind. Bei der Diabetes-Prävalenz war ebenfalls eine Generationsverschiebung hin zu den Jüngeren zu beobachten – allerdings nur bei den männlichen Studienteilnehmern. Langfristig könnte sich dieser Trend auch verkürzend auf die Lebenserwartung auswirken.


Quelle: Hulsegge G, et al. Eur J Prev Cardiol; Epub 15. 04. 2013

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