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Fluorid hemmt die Anheftung von Kariesbakterien

(cae). Eine lange Erfahrung zeigt, dass Fluorid in der Nahrung (Salz, Wasser) und in der Zahncreme vor Karies schützt. Zum Wirkmechanismus gibt es jetzt neue Erkenntnisse.

Die Demineralisation des Zahnschmelzes macht ihn anfällig für Karies. Fluorid bremst den Abbau von Hydroxylapatit durch Säuren, fördert die Remineralisation und macht den Zahn somit widerstandsfähiger gegen den Angriff der Kariesbakterien. Die Zahnpasta kann jedoch nur eine sehr dünne Zahnschicht remineralisieren, die schon beim Kauen teilweise zerstört wird. Deshalb stand die Frage im Raum, ob fluoridierte Zahnpasta noch auf eine andere Weise vor Karies schützt.

Die Physikerin Karin Jacobs und ihre Mitarbeiter an der Universität des Saarlandes haben zur Lösung des Problems Experimente mit Kariesbakterien an glatten Oberflächen von Hydroxylapatit durchgeführt, die teils unbehandelt, teils mit einer Fluoridlösung behandelt worden waren. Mithilfe der Elektronenmikroskopie (AFM) erkannten sie, dass Streptococcus mutans, S. oralis und S. carnosus sich an die fluoridierten Oberflächen nur halb so gut anheften konnten wie an die unbehandelten Oberflächen; zwischen den Bakterienarten gab es keine Unterschiede.

Dieses Ergebnis lässt darauf schließen, dass die Kariesbakterien unter natürlichen Bedingungen, d. h. in der Mundhöhle, von Zähnen mit fluoridierter Oberfläche leichter entfernt werden, sei es durch die Zahnbürste oder auch nur durch den ständigen Speichelfluss und die Bewegungen der Zunge. In weiteren Experimenten soll diese Vermutung belegt werden.


Quelle: Loskill P, et al. Reduced adhesion of oral bacteria on hydroxyapatite by fluoride treatment. Langmuir, Epub 04. 04. 2013.

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