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Marathon: Eine echte Herausforderung – auch für die Niere

(jb). Ein Marathon ist anstrengend. Keine Frage. Aber nicht nur Muskeln und Gelenke leisten Schwerstarbeit, sondern auch die Niere. Das hat die Untersuchung von Teilnehmern des Berlin-Marathons ergeben.

Cystacin C ist ein Protein, das in der Labormedizin als Marker für die Nierenfunktion herangezogen wird. Sinkt die glomeruläre Filtrationsrate (GFR), das heißt die Nierenfunktion wird schlechter, steigt die Cystacin-C-Konzentration im Blut. Genau das stellten Wissenschaftler der Charité bei 167 Teilnehmern des Berlin-Marathons fest. Die GFR, berechnet mithilfe von Cystacin C, war nach dem Marathon bei 43% der Läufer (Männer und Frauen, im Durchschnitt 50,3 Jahre alt) mehr als 25% niedriger als vorher. 13% wiesen sogar einen über 50%igen Rückgang der GFR auf. Das entspricht nach der RIFLE- und AKIN-Klassifikation Stadium 2 und 3 einer akuten Nierenschädigung. Nach zwei Wochen waren die Werte wieder im normalen Bereich. Zudem konnten bei mehr als einem Drittel der untersuchten Marathonläufer direkt nach dem Lauf erhöhte Konzentrationen von Herz-Biomarkern nachgewiesen werden. Im EKG waren aber keine relevanten Herzmuskelstörungen zu sehen.

Ausgangspunkt der Untersuchung waren frühere Studien, die Hinweise auf Beeinträchtigungen von Herz- und Nierenfunktion nach extremen sportlichen Belastungen ergeben hatten.


Quelle: Hewing B, et al. Clin Res Cardiol 102, Suppl 1, April 2013.

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