Interpharm 2013

Gut beraten – gesund im Urlaub

(jz). Niemand möchte sich die schönste Zeit im Jahr durch Erkrankungen verderben lassen. Doch bei vielen exotischen Reisezielen lauern Gesundheitsgefahren, und häufig entspricht die dortige medizinische Versorgung nicht dem hierzulande gewohnten Standard. Hier leistet die Beratung in der Apotheke vor Reiseantritt wertvolle Hilfestellung.

Werner Kluge

Durch Impfungen, Malariaprophylaxe, die Einhaltung einfacher Hygieneregeln und eine gut ausgestattete Reiseapotheke lassen sich viele Krankheiten vermeiden oder zumindest wirksam bekämpfen. Basierend auf aktuellen Empfehlungen stellte der Referent Werner Kluge auf der Interpharm wichtige Aspekte der reisepharmazeutischen Beratung vor.

Während bei uns die Tollwut als ausgerottet gilt, stellt sie in vielen tropischen Ländern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Besonders groß ist die Gefahr in Asien, darunter auch in so beliebten Reiseländern wie Thailand oder Indien. Hier sind vor allem Hunde die Überträger. Einmal ausgebrochen, endet die Erkrankung immer tödlich. Deshalb sollte besonders vor Langzeitaufenthalten, Abenteuerreisen und Reisen in ländliche Gebiete eine Tollwutimpfung empfohlen werden. Wenn im Reiseland keine modernen, sicheren Impfstoffe zur Postexpositionsbehandlung verfügbar sind, ist die Impfung vor Reiseantritt besonders wichtig. Dafür spricht auch die gute Verträglichkeit der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe. Vor Reisen in Länder mit hohem Meningokokken-Risiko, zum Beispiel in den "afrikanischen Meningitis-Gürtel" südlich der Sahara, ist eine Impfung mit dem tetravalenten ACW135Y-Impfstoff empfehlenswert. Saudi-Arabien schreibt diese Impfung vor Pilgerreisen nach Mekka sogar vor. Die STIKO empfiehlt den neuen Meningokokken-Konjugatimpfstoff (z. B. Menveo®), da dieser immunologische Vorteile gegenüber den älteren Polysaccharid-Impfstoffen besitzt.



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"Interpharm 2013 – Eine Patienten-orientierte Interpharm"



DAZ 2013, Nr. 13, S. 78

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