Prisma

Die Hausapotheke im Vogelnest

(ahr). Vogeleltern bekämpfen Ektoparasiten im Nest, indem sie Materialien zum Nestbau verwenden, die als Repellents wirken.

Milben und Flöhe sind nicht nur lästige Blutsauger, sondern können auch bei Vögeln Krankheiten übertragen und so die Brut gefährden. Vogeleltern schützen sich und ihre Jungen vor Parasiten, indem sie verstärkt duftende Pflanzen in ihre Nester einbauen, z. B. Lavendel (Lavandula spp.) oder Heiligenkraut (Santolina spp.). Bei Kulturfolgern in städtischen Siedlungen wie dem Haussperling (Passer domesticus) und einer Finkenart (Carpodacus mexicanus) fanden mexikanische Wissenschaftler auch Cellulosefasern aus Zigarettenkippen im Nest.

Im Freilandversuch zeigte sich eine negative Korrelation zwischen der Stärke des Parasitenbefalls und der Menge an eingebauten Kippen, die Nicotin und andere Stoffe aus dem Zigarettenrauch adsorbiert hatten. Frisches Filtermaterial, also reine Cellulose, war dagegen unwirksam. Mit dem Einbau von Nicotin-haltigem Material als Repellent verfolgen Vögel demnach eine ähnliche Strategie wie Imker, die sich durch Tabakrauchen vor Insektenstichen schützen.


Quelle: Suárez-Rodríguez M, et al. Biol Lett 2013;9:20120931.



DAZ 2013, Nr. 12, S. 6

Das könnte Sie auch interessieren

Streptomyces-Bakterien

Antibiotika schützen Bienenwölfe

Kot als Quelle für Antibiotikaproduktion

Wie Termiten Pilze abwehren

Wie Termiten Pilze abwehren

Kot als Quelle für Antimykotikaproduktion

Hilfe bei der Tabakentwöhnung

Nie wieder rauchen!

Ausstellung in Altenburg bis zum 7. Oktober

Heuschrecken – sprunghafte Klangkünstler

Nicotin-Pflaster helfen Schwangeren nicht beim Rauchstopp

Auch mit Pflaster keine Abstinenz

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.