... auch DAZ noch

144 Mio. Euro für Orphan drugs

(jz). Die EU will 144 Millionen Euro für 26 neue Projekte zur Erforschung seltener Erkrankungen zur Verfügung stellen. Das kündigte die Europäische Kommission am Internationalen Tag der seltenen Erkrankungen, dem 28. Februar, an.

Die ausgewählten Projekte bringen über 300 Teilnehmer aus 29 europäischen und nichteuropäischen Ländern zusammen und sollen den rund 30 Millionen Europäern helfen, die an einer seltenen Krankheit leiden.

"Von seltenen Krankheiten sind überwiegend Kinder betroffen", erklärte dazu die EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Máire Geoghegan-Quinn. Meist handle es sich um schlimme genetische Defekte, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu einem frühen Tod führen. "Wir hoffen, dass diese neuen Forschungsprojekte Patienten einer Heilung näher bringen und sie, ihre Familien und die Mediziner in ihrem täglichen Kampf mit der Krankheit unterstützen."

Beteiligt an den Projekten sind unter anderem Teams führender Hochschulen, Patientengruppen sowie kleine und mittlere Unternehmen. Das Spektrum der Projekte ist breit: So geht es unter anderem um die klinische Entwicklung eines Arzneimittels zur Behandlung von Alkaptonurie, eines genetischen Defekts, der zu einer schweren und frühen Form von Arthritis, zu Herzerkrankungen und Behinderungen führt, für die es derzeit noch keine wirksame Behandlung gibt.

In Europa gilt eine Erkrankung oder Störung als selten, wenn höchstens einer von 2000 davon betroffen ist. In der EU leiden nach Angaben der Kommission immerhin 30 Millionen Menschen an einer seltenen Krankheit, darunter viele Kinder. Die meisten seltenen Krankheiten haben genetische Ursachen, können aber auch infektions-, allergie- oder umweltbedingt sein. In der Regel führen sie zu chronischen Behinderungen oder sind sogar lebensbedrohlich.



DAZ 2013, Nr. 10, S. 124

0 Kommentare

Das Kommentieren ist aktuell nicht möglich.