Aus der Hochschule

Prof. Robert Fürst berufen

Nachfolger von Prof. Dingermann in Frankfurt

Seit dem 1. November 2012 ist Prof. Dr. Robert Fürst Mitglied des Professorenkollegiums der Pharmazeutischen Institute an der Goethe-Universität Frankfurt, nachdem er den Ruf auf die W3-Professur für Pharmazeutische Biologie (Nachfolge Prof. Dingermann) angenommen hat. Ein Jahr lang nimmt Prof. Fürst gemeinsam mit Prof. Dingermann die Aufgaben dieser Professur wahr. Zum Ende des Sommersemesters 2013 wird Dingermann dann von seinen Pflichten entbunden. Er bleibt allerdings an der Goethe-Universität tätig, denn das Präsidium hat ihn mit einer Senior-Professur für zentrale Sonderaufgaben bedacht.
Prof. Dr. Robert Fürst Foto: privat

Prof. Fürst (Jg. 1975) ist ein noch junger, engagierter Wissenschaftler, der in der Münchner Schule unter Frau Prof. Dr. Angelika Vollmar wissenschaftlich maturierte. Er studierte zunächst bis zum Vordiplom Physik, um dann in die Pharmazie zu wechseln. Im Jahre 2001 wurde ihm die Approbation als Apotheker zuerkannt. Nach einem kurzen Forschungsaufenthalt am CIBO (Centro de investigacion biomedica de occidente), Universidad de Guadalajara, Mexiko, begann er im Jahre 2002 mit seiner Promotion in der Arbeitsgruppe von Frau Prof. Vollmar, die er 2005 mit dem Prädikat "summa cum laude" abschloss. Der Titel der Dissertation lautete: "Identification of MKP-1 as a central mediator of cytoprotective effects in human endothelial cells: pathways of induction".

Von 2005 bis 2007 arbeitete Fürst als Post-doc am Lehrstuhl für Pharmazeutische Biologie von Frau Prof. Vollmar und begann dort 2007 mit seiner Habilitation. Am 22. Juni 2011 wurde ihm die Lehrbefugnis für die Fächer "Pharmazeutische Biologie" und "Pharmakologie für Naturwissenschaften" zuerkannt. Der Titel seiner Habilitationsschrift lautet: "Mitigating inflammatory processes by biogenic compounds: deciphering of the underlying mechanisms".

In dem kompetitiven Berufungsverfahren für die Nachfolge von Prof. Dingermann, in das die Frankfurter Pharmaziestudierenden eingebunden waren, erhielt Robert Fürst den ersten Listenplatz. Den an ihn ergangenen Ruf nahm er zum 1. November 2012 an.

Mit Prof. Fürst konnte ein idealer Kandidat für die Besetzung der prominenten Professur gefunden werden. Als approbierter Apotheker kennt er die Besonderheiten des pharmazeutischen Wirkstoffs, und als Naturstoffforscher, dessen wissenschaftliches Interesse stark pharmakologisch/mechanistisch geprägt ist, wird er sicherstellen, dass auch künftig in Frankfurt Pharmazeutische Biologie im engeren Sinne des Fachs mit einem zeitgemäßen methodischen und inhaltlichen Ansatz gelehrt und beforscht wird.

Schwerpunkt: entzündungshemmende Naturstoffe

Der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeiten von Prof. Fürst ist die Identifizierung neuer entzündungshemmender Naturstoffe und das Verständnis ihrer molekularen Wirkweisen; dabei gilt es, sowohl die Signalwege, die an Entzündungsprozessen beteiligt sind, besser zu verstehen als auch neue pharmakologische Targets zu entdecken. Neben Mikroorganismen dienen insbesondere Pflanzen als Quelle wirksamer Naturstoffe, wobei sowohl Extrakte als auch isolierte Verbindungen untersucht werden. Als pharmakologisches In-vitro-Testsystem für die Naturstoffe kommen vor allem humane Endothelzellen zum Einsatz. Diese Zellen, die die innerste Schicht jeder Blutgefäßwand bilden, spielen bei Entzündungsprozessen eine entscheidende Rolle, da sie die Einwanderung von Leukozyten in das entzündete Gewebe und die Bildung von Ödemen kontrollieren.

Mit diesen Forschungsinteressen passt Prof. Fürst auch hervorragend in das große Forschungsumfeld an der Goethe-Universität. Graduiertenkollegs, Forschergruppen und Sonderforschungsbereiche sind hier aktiv, die sich u. a. schwerpunktmäßig mit dem großen Komplex Entzündung beschäftigen. Seitens der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den Naturwissenschaften und der Medizin an der Goethe-Universität besteht ein großes Interesse, Prof. Fürst in diese Verbundforschungsprojekte einzugliedern.


Für die pharmazeutischen Hochschullehrer:
Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz



DAZ 2013, Nr. 1/2, S. 68

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