Aus der Hochschule

EPSA Autumn Assembly in Sofia

Die im vergangenen Jahr zum neunten Mal veranstaltete EPSA Autumn Assembly lockte rund 250 Pharmaziestudierende in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Auch der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e. V. (BPhD) war dort mit einer Delegation vertreten.
Studierende aus ganz Europa bei der EPSA-Herbst-
versammlung in Sofia.
Foto: Daniela Kolberg

Die European Pharmaceutical Students’ Association (EPSA) hat sich im Jahr 1998 das Ziel gesetzt, die Meinungen der europäischen Pharmaziestudierenden in ihrer Gesamtheit zu vertreten und Kontakte unter ihnen herzustellen. Zweimal im Jahr finden Tagungen für den persönlichen Austausch und Diskussionen über die Curricula des Pharmaziestudiums in Europa statt. Dabei haben die Studierenden auch die Zukunft der Pharmazie im Blickfeld.

Rolle des Apothekers im Gesundheitswesen

Im Symposium "Pharmacoeconomics – Beyond Euros and Pills" lernten die Teilnehmer viel über die wirtschaftlichen Herausforderungen der Pharmazie und die aktuellen Entwicklungen im Gesundheitswesen. Die Referenten vermittelten Grundwissen über Wirtschaft und Politik und schilderten dabei die verschiedenen Akteure im Gesundheitswesen mit ihren jeweiligen Bestrebungen, wobei sie den Fokus auf die öffentlichen Apotheken legten.

John Chave, Generalsekretär der Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU), erörterte in seinem Vortrag "Information to patients – EU perspective" den Beratungsbedarf von Patienten, die sich beinahe unbeschränkt im Internet informieren können. Selbstverständlich ist es Aufgabe des Apothekers, die Patienten über Gesundheit und Medikation zu informieren, jedoch verändert sich deren Informationsbedarf durch die neuen Medien. Die Information in der Apotheke muss sich von den Spekulationen und Diskussionen in Internet-Foren unterscheiden, so Chave.

Alan Lyles von der University of Baltimore warnte vor der statistisch belegten Zunahme bestimmter Krankheiten. Europa sitze auf einer tickenden Zeitbombe der chronischen Erkrankungen, behauptete er und hob dabei den Nutzen von Präventionsmaßnahmen hervor. Ein Beispiel: Mehr Frauen als Männer erkranken an Melanomen, jedoch sterben mehr Männer daran; denn Frauen gehen häufiger zum Arzt, sodass sich bei ihnen Tumorerkrankungen frühzeitig erkennen lassen. Laut Lyles soll sich der Apotheker den Patienten als Mediator und Berater zur Verfügung stellen, denn nach wie vor ist die Apotheke der erste Anlaufpunkt für den Patienten. "The right information, in the right place, the right time, to the right person, from the right person about the right situation” gilt für Lyles hier als Grundregel.

Diskussionsforum im Internet

Jede Menge Anregungen gab es auch für den BPhD. Hierzu gehört die Weiterarbeit an der Etablierung einer europäischen Plattform "Educational & Professional Affairs", die die Studiensituationen mit den Anforderungen des Apothekers in der Gesellschaft vergleichen soll. Auch auf nationaler Ebene soll es in Deutschland künftig eine Internet-Plattform für Diskussionen rund um das Studium der Pharmazie geben.

Insgesamt war der Kongress eine große Bereicherung für alle Teilnehmer. Wir danken dem von der Noweda Apothekergenossenschaft initiierten Verein zur Förderung der Pharmaziestudierenden und des Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden in Deutschland e. V., der auch diesmal die Teilnehmer finanziell unterstützt hat. Gestärkt mit neuen Ideen, freuen wir uns schon auf den EPSA Annual Congress 2013, der in Catania (Italien) stattfinden wird.


Internet


http://epsa-aa2012.com


David Reiner
EPSA Liaison Secretary des BPhD



DAZ 2013, Nr. 1/2, S. 70

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