Gesundheitspolitik

Pro Bestandsmarktaufruf

Ärzte-Initiative fürchtet um Patientensicherheit

BERLIN (ks) | Die Große Koalition will davon abrücken, patentgeschützte Arzneimittel, die vor dem AMNOG-Stichtag 2011 auf den Markt gekommen sind, einer Nutzenbewertung mit anschließender Preisverhandlung zu unterziehen. Während der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Josef Hecken, und die betroffenen Pharmaunternehmen dies begrüßen, mehrt sich die Kritik an dieser Vereinbarung des Koalitionsvertrags. Nun fordert auch die Initiative unbestechlicher Ärztinnen und Ärzte MEZIS e.V. („Mein Essen zahl ich selbst“) den neuen Gesundheitsminister Hermann Gröhe auf, unbedingt an der Bestandsmarktbewertung festzuhalten.

Der beschlossene Ausstieg sei ein „irrationaler Rückschritt“, der „weder medizinisch noch gesundheitsökonomisch nachvollziehbar“ sei, kritisiert MEZIS. Denn: Arzneimittel mit zweifelhaftem Nutzen gefährdeten die Patientensicherheit. Auch müssten weitere bestehende gesetzliche Möglichkeiten genutzt werden, indikationsbezogene Vergleiche von Arzneimitteln und damit eine Sortierung des Markts vorzunehmen, so Michael Freitag von MEZIS. So ließen sich nicht nur die verfügbaren Ressourcen sinnvoller verteilen und das Regressrisiko der Ärzte reduzieren. Auch die Behandlungsqualität und damit die Patientensicherheit könne so erhöht werden. 

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