Wirtschaft

Hedgefonds gefährdet Celesio-Übernahme

Singer informiert über Ziele – McKesson bietet weiter 23 Euro

BERLIN (ks) | Der Finanzinvestor Paul Singer baut bei der vorgesehenen Übernahme des Stuttgarter Pharmahändlers Celesio durch das US-Unternehmen McKesson weiter Druck auf. McKesson hat derweil auch offiziell sein Kaufangebot für Celesio-Anteile unterbreitet.

Celesio gab in einer Pflichtmitteilung bekannt, dass Singers Hedgefonds Elliott, der mittlerweile 25,16 Prozent der Stimmanteile hält, über seine mit dem Erwerb der Stimmrechte verfolgten Ziele informiert habe.

Vorherrschendes Ziel Singers sei die Umsetzung strategischer Ziele – wobei der Verkauf von Aktien nicht ausgeschlossen sei. Der Hedgefonds beabsichtigt aber, innerhalb der nächsten zwölf Monate weitere Stimmrechte zu erlangen. Überdies will er Einfluss nehmen auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und/oder Aufsichtsorganen und eine wesentliche Änderung der Kapitalstruktur der Gesellschaft erwirken.

Trotz des Störfeuers hat McKesson am Donnerstag sein Angebot für die Celesio-Anteile offiziell vorgelegt. Es läuft bis zum 9. Januar 2014, nach wie vor bietet McKesson 23 Euro je Aktie. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 6,1 Milliarden Euro. Die Mehrheit von 50,01 Prozent an Celesio haben sich die Amerikaner schon Ende Oktober mit dem Kauf der Anteile des Großaktionärs Haniel gesichert.

Nun kommt es auf die Aktionäre an – McKesson will mindestens 75 Prozent der Anteile einsammeln, sonst platzt der Deal mit Haniel. So viele Stimmen braucht man bei der Hauptversammlung, um zur Übernahme einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag abschließen zu können. Das könnte nun schwierig werden.

Was Singer genau vorhat, ist weiter unklar – sicher ist nur: er will verdienen. Entweder will er schon jetzt mehr als 23 Euro pro Aktie kassieren, oder er spekuliert auf einen „Squeeze-out“, wie es ihn auch bei der Anzag-Übernahme durch Alliance Boots gab. 

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