Gesundheitspolitik

Dedendo-Betreiber insolvent

Vivesco steigt aus - Zukunft der Plattform unklar

STUTTGART (wes) | Die Lieferdienst-Plattform dedendo steht wohl vor dem Aus. Wie die mit dedendo zusammenarbeitende Apothekenkooperation Vivesco am Donnerstag mitteilte, hat die Betreibergesellschaft dedendo GmbH Insolvenzantrag gestellt. Vivesco werde deshalb aus dem Projekt aussteigen, heißt es in einem Info-Fax an alle teilnehmenden Apotheken.

Als Grund für die Schwierigkeiten von dedendo wird vor allem der Ausstieg des Medienpartners ProSiebenSat.1 Media AG genannt. Im Juli war bekannt geworden, dass die Privatsender-Gruppe sich aus dem Projekt zurückzieht. Damals wollte Vivesco die Plattform alleine weiterbetreiben, nach Aussagen eines Vivesco-Sprechers konnte aber keine Einigung mit dem Eigentümer, der jetzt insolventen dedendo GmbH, erzielt werden.

Vivesco: Medienpartner hatte zu wenig Geduld

Man sei auf einem guten Weg gewesen, mit geplanten 2000 Apotheken deutschlandweit an den Start zu gehen, heißt es in dem Fax, das Vivesco am vergangenen Donnerstagnachmittag an alle teilnehmenden Apotheken gesandt hatte. Ziel des Projekts sei es gewesen, die inhabergeführte Apotheke gegenüber dem Versandhandel wettbewerbsfähig zu machen. Sowohl bei Apothekern wie bei der Industrie sei das Konzept auf großes Interesse gestoßen. Leider habe der Medienpartner, der die Plattform mit Werbezeiten in seinen TV-Sendern bekannt machen sollte, nicht die für den Aufbau eines solchen Projektes nötige Geduld gehabt, bedauert Vivesco-Chef Oliver Prönnecke in dem Schreiben, das der AZ vorliegt. Die vorzeitige Beendigung der Kooperation durch ProSieben habe es dedendo nahezu unmöglich gemacht, die Vermarktung des Bestell- und Lieferportals so umzusetzen, wie es geplant gewesen sei.

Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, den die dedendo GmbH nun gestellt habe, habe dann zu der Entscheidung geführt, „das Projekt dedendo zukünftig nicht mehr weiterzuverfolgen“, wie es in dem Schreiben heißt. Ein Vivesco-Sprecher bedauerte auf Nachfrage, dass man zu diesem Schritt gezwungen gewesen sei. „Wir werden aber natürlich weiterhin an Konzepten für eine online-Strategie unserer Vivesco-Apotheken arbeiten“, betonte der Sprecher gegenüber der AZ.

Unbestätigten Informationen zufolge nehmen an der Internet-Plattform dedendo aktuell rund 1100 Apotheken teil, 900 davon seien Vivesco-Apotheken.

Ob und wie es mit der Internetseite dedendo.de weitergeht, ist unklar. Am Freitag war die Seite noch am Netz, bei der dedendo GmbH war bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe jedoch niemand für eine Stellungnahme erreichbar. 

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