Wirtschaft

Celesio-Ergebnisse leiden unter Rabattschlacht

Großhandel und Apothekengeschäft verlieren – Fortschritte bei „LloydsPharmacy“

lk | Die Rabattschlacht im deutschen Arzneimittel-Großhandel hat deutliche Spuren in der Celesio-Bilanz hinterlassen. In den ersten neun Monaten des Jahres wurde ein geringeres bereinigtes operatives Ergebnis (EBIT) erwirtschaftet als im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz in den ersten drei Quartalen 2013 sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,2 Prozent auf rund 16 Milliarden Euro.

„Deutlich ergebnisbelastend wirkt sich vor allem der nach wie vor intensive Rabattwettbewerb im deutschen Großhandel aus“, so die Konzern-Chefin Marion Helmes. „Wir gehen davon aus, dass der irrationale Rabattwettbewerb in Deutschland noch mindestens bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres anhält.“ Dies stelle die gesamte Branche gleichermaßen vor große Herausforderungen. Die Ergebnisbelastung liege in einem „signifikanten zweistelligen Millionenbereich“, obwohl der Großhandelsumsatz in Deutschland um ca. sechs Prozent gewachsen sei, so Helmes.

Das bereinigte operative Ergebnis betrug 312,0 Millionen Euro. Es fiel gegenüber dem bereinigten Vorjahreswert um 6,6 Prozent, gegenüber dem um Währungseffekte bereinigten EBIT des Vorjahres fiel es um 2,5 Prozent. Der Jahresüberschuss betrug in den ersten neun Monaten rund 121 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verbuchte Celesio noch wegen Sonderabschreibungen auf verkaufte Töchter einen Verlust von 182,5 Millionen Euro. Allein im dritten Quartal sank der operative Gewinn (EBIT) um mehr als 5 Prozent auf 100,4 Millionen Euro. Unter dem Strich schrieb das Unternehmen wieder einen Gewinn von 34,8 Millionen Euro.

Lloyds-Piloten und Sparprogramme erfolgreich

Helmes weiter: „Ungeachtet dessen können wir wesentliche Fortschritte bei der Pilotierung unseres europäischen Apothekennetzwerkes ‚LloydsPharmacy‘ verzeichnen. Bis zum heutigen Tag haben wir rund 80 Pilotapotheken eröffnet und damit beinahe unser Ziel von 95 Pilotapotheken zum Jahresende erreicht.“ Ebenso erfolgreich seien das Operational Excellence Program (OEP) und die Einkaufsinitiative TIC (Top-in-Class-Procurement), die zu weiteren Einsparungen führten. Insgesamt bestätigte Helmes die zum Halbjahr angepasste Prognose eines bereinigten EBIT von 405 bis 425 Millionen Euro.

Apotheken und Großhandel verlieren

Die Sparte Consumer Solutions, das Apothekengeschäft, erzielte einen Umsatz von 2.514,8 Millionen Euro und lag damit 2,2 Prozent unter dem Vorjahreswert. Währungseffekte, die Entkonsolidierung der tschechischen Aktivitäten sowie staatliche Maßnahmen belasteten die Umsatzentwicklung. Bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis stieg der Umsatz um 2,5 Prozent. Das um Sondereffekte bereinigte EBIT der ersten neun Monate 2013 ging um 11,3 Prozent auf 144,5 Millionen Euro (unbereinigt: -7,8%) zurück.

Im Geschäftsbereich Pharmacy Solutions, dem Großhandelsgeschäft, sank der Umsatz um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13.476,5 Millionen Euro. Deutschland hingegen kann einen Umsatzzuwachs verzeichnen. In Frankreich entwickelt sich der Markt insbesondere aufgrund der Substitution durch Generika rückläufig. Darüber hinaus beeinflussen die Entkonsolidierung der tschechischen Aktivitäten im November 2012 und des irischen Großhandels im Mai 2013 sowie Währungseffekte die Geschäftsentwicklung negativ. Bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen im Konsolidierungskreis stieg der Umsatz um 0,1 Prozent.

Prognose

Das Jahr 2013 stehe für Celesio im Zeichen der strategischen Neuausrichtung, so Helmes. Vor allem die enge Verzahnung zwischen Apotheken- und Großhandelsgeschäft und ergebniswirksame Effekte aus dem verbesserten Einkauf sowie dem OEP würden sich weiterhin positiv auswirken. Helmes: „Jedoch konnten diese die negativen Rahmenbedingungen, insbesondere den anhaltenden Rabattwettbewerb in Deutschland, nur zum Teil kompensieren.“

Dennoch erwarte Celesio nach wie vor bis zum Ende des Jahres keine Abschwächung der Situation in Deutschland. Insgesamt bestätige der Celesio-Vorstand die zum Halbjahr angepasste Prognose und erwartet ein bereinigtes EBIT von 405 bis 425 Millionen Euro. 

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