Gesundheitspolitik

Teamplayer mit Herz für ländliche Strukturen

Interview mit Berend Groeneveld – Teamplayer mit Wurzeln im ländlichen Raum

HANNOVER (tmb) | Der neue Vorstandsvorsitzende des Landesapothekerverbandes Niedersachsen, Berend Groeneveld, stellte sich den Fragen der AZ. Er betrachtet sich selbst als Teamplayer und Kleinstadt-Apotheker aus dem ländlichen Raum. Ländliche Versorgungsstrukturen zu stärken, sei ihm ein Herzensanliegen. Als besondere Herausforderung nannte er den in vielen Apotheken bevorstehenden Wechsel der Generationen. Als wichtiges politisches Instrument hob er partnerschaftliche Kooperationen im Gesundheitswesen hervor. Nachfolgend das Interview.
Foto: LAV Niedersachsen
Berend Groeneveld Neuer LAV-Chef in Niedersachsen.

AZ: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wahl als LAV-Vorsitzender, Herr Groeneveld! Sie waren einer von zwei Stellvertretern Ihres Amtsvorgängers und haben sich bei den Delegierten durchgesetzt. Welche Ihrer Positionen haben nach Ihrer Einschätzung den Ausschlag für Ihre Wahl gegeben?

Groeneveld: Diese Frage können nur die Delegierten selbst beantworten. Ich bin mir aber sicher, dass jeder Delegierter sich vorher genau überlegt hat, welchem Kandidaten er seine Stimme geben wird.

Gerne kann ich Ihnen aber einen Einblick in meine Person gewähren: Ich bin ein absoluter Teamplayer, der immer für einen konstruktiven Dialog zur Verfügung steht. Außerdem bin ich ein Kleinstadt-Apotheker aus dem ländlichen Raum. Niedersachsen ist ein Flächenland. Sicher gibt es unter unseren Mitgliedern viele, deren Apotheke sich in einer ähnlichen strukturellen Umgebung – sei es in der Stadt oder im ländlichen Bereich – befindet.

AZ: Welchen berufspolitischen Fragen oder Herausforderungen möchten Sie sich in besonderer Weise widmen?

Groeneveld: Meine neuen Vorstandskollegen und ich sind uns bewusst, dass vielen Apotheken in Niedersachsen ein Generationswechsel bevorsteht. Betrachtet man dies vor dem Hintergrund der politischen Entwicklung im Gesundheitswesen auf Landes- und auf Bundesebene, wird es für den Vorstand des LAV Niedersachsen e.V. eines der wichtigsten Anliegen sein, unsere Mitglieder für die ihnen bevorstehenden Herausforderungen zu rüsten. Dafür werden wir insbesondere den Dialog mit den anderen Akteuren im Gesundheitswesen intensivieren, um die Möglichkeiten partnerschaftlicher Kooperationen weiter auszuloten mit dem Ziel, diese auch zu vereinbaren. Dabei dürfen grundsätzlich gerade auch die wirtschaftlichen Interessen der Apotheken in Niedersachsen nicht zurückstehen. Schließlich ist die Vertretung der wirtschaftlichen Interessen unserer Mitglieder eine der Kernaufgaben des LAV Niedersachsen e.V.

AZ: Sie stammen aus einer ländlich geprägten Region. Was schlagen Sie über die neue Nachtdienstgebühr hinaus vor, um die Existenz der Apotheken in ländlichen Gebieten zu sichern?

Groeneveld: Als Apotheker aus einer Region wie Ostfriesland, ist es mir natürlich ein Herzensanliegen die ländlichen Versorgungsstrukturen zu erhalten und zu stärken. Hier sind die Landesregierung und wir gefordert, gemeinsam Wege und Möglichkeiten zu finden, die Apotheken in ihrer Funktion als Gesundheitsversorger und niederschwelliger Ansprechpartner in allen Gesundheitsfragen für die Bürger so einzubinden, dass auch in dünn besiedelten Regionen mit schwach ausgeprägter Infrastruktur Apotheken schnell und unkompliziert für die Menschen erreichbar bleiben.

AZ: Was möchten Sie unternehmen, damit sich der LAV Niedersachsen und seine Mitglieder in die Leitbilddebatte der ABDA einbringen können?

Groeneveld: Diese Frage klingt so, als hätten wir uns bisher nicht einbringen können. Dies ist so nicht richtig. Auch jetzt schon steht es uns wie allen anderen Organisationen der Länder offen, in den Gremien der ABDA unsere Meinung und unsere Standpunkte auch zu Fragen rund um ein neues Leitbild für die Apotheke zu äußern. Dies haben wir bisher genutzt und werden dies auch zukünftig tun.

AZ: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Groeneveld. 

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